B-Mode und M-Mode gehören zu den grundlegenden Darstellungsformen diagnostischen Ultraschalls. Der B-Mode erzeugt ein zweidimensionales Graustufenbild aus der Echohelligkeit. Der M-Mode verfolgt eine einzelne Ultraschalllinie über die Zeit und stellt dadurch Bewegung mit sehr hoher zeitlicher Auflösung dar.
Die DEGUM führt A-, B- und M-Mode weiterhin als physikalisch-technische Grundlagen in aktuellen Kurscurricula. In der Echokardiographie wird M-Mode zusätzlich für definierte Bewegungs- und Messfragen eingesetzt.
M-Mode ist keine bessere 2D-Bildgebung. Seine Stärke ist die Zeitauflösung entlang einer Linie; seine Grenze ist der sehr kleine räumliche Informationsumfang.
Inhalt
- Was ist B-Mode?
- Was ist M-Mode?
- B-Mode vs. M-Mode
- Wie entsteht das B-Bild?
- Echogenität
- Bildrate und Auflösung
- Zeitauflösung des M-Mode
- M-Mode in der Echokardiographie
- M-Mode im Lungenultraschall
- Cursorlage und Messfehler
- Artefakte
- Weitere Bildgebungsmodi
- FAQ
- Quellen
Was ist B-Mode?
B steht für Brightness. Die Amplitude eines Echos wird als Helligkeitswert dargestellt. Durch viele benachbarte Schalllinien entsteht ein zweidimensionales Schnittbild.
B-Mode ist die Basis der meisten Organ-, Gefäß-, MSK- und POCUS-Untersuchungen.
Was ist M-Mode?
M steht für Motion. Eine definierte Schalllinie wird wiederholt abgetastet. Auf einer Achse liegt die Tiefe, auf der anderen die Zeit. Bewegte Grenzflächen erzeugen charakteristische Bewegungsmuster.
Der M-Mode zeigt nur Strukturen, welche die gesetzte Cursorlinie schneiden.
B-Mode vs. M-Mode

| Merkmal | B-Mode | M-Mode |
|---|---|---|
| Darstellung | 2D-Graustufenbild | eine Schalllinie über die Zeit |
| Hauptinformation | Anatomie/Echostruktur | Bewegung/zeitlicher Verlauf |
| räumlicher Überblick | hoch | sehr begrenzt |
| zeitliche Auflösung | abhängig von Bildrate | sehr hoch entlang einer Linie |
| typische Nutzung | nahezu alle Ultraschallbereiche | v. a. Echokardiographie und ausgewählte dynamische Zeichen |
Wie entsteht das B-Bild?
Der Schallkopf sendet kurze Impulse und empfängt Echos aus unterschiedlichen Tiefen. Aus Laufzeit, Echoamplitude und Position der Schalllinie rekonstruiert das System das Graustufenbild.
Das Puls-Echo-Prinzip wird unter Funktionsweise und Physik vertieft.
Was bedeutet Echogenität?
Hyperechogen beschreibt eine relativ helle, hypoechogen eine relativ dunkle und anechogen eine nahezu echoarme beziehungsweise echofreie Darstellung.
Diese Begriffe sind beschreibend. Gain, Frequenz, Winkel und Artefakte können den Helligkeitseindruck verändern.
Bildrate und räumliche Auflösung
Im B-Mode besteht ein Trade-off zwischen Sichtfeld, Tiefe, Fokuszonen, Linienzahl und Bildrate. Größere Tiefe und komplexere Verarbeitung können die zeitliche Auflösung reduzieren.
Siehe Bildrate und Auflösung sowie Tiefe, Fokus und Frequenz.
Warum ist M-Mode zeitlich so hochauflösend?
Weil dieselbe Linie immer wieder abgetastet wird und nicht ein vollständiges 2D-Bild aus vielen Linien aufgebaut werden muss.
Dieser Vorteil wird mit deutlich weniger räumlicher Information erkauft.
M-Mode in der Echokardiographie
In der Echokardiographie kann M-Mode definierte kardiale Bewegungen und Dimensionen sehr fein zeitlich darstellen. Das aktuelle DEGUM-Curriculum führt B-Mode, M-Mode und Doppler gemeinsam als Grundlagen.
Messungen sind nur valide, wenn die Cursorlinie anatomisch korrekt liegt. Bei komplexer Geometrie kann eine 2D- oder andere Messmethode geeigneter sein.
Siehe Echokardiographie.
M-Mode im Lungenultraschall
Im Lungenultraschall kann M-Mode Bewegungsmuster an der Pleuralinie zeitlich darstellen. Das wird unter anderem zur ergänzenden Beurteilung von Lung Sliding verwendet.
Ein M-Mode-Muster allein beweist keinen Pneumothorax und ersetzt nicht die Integration weiterer Zeichen. Siehe Lungenultraschall.
Cursorlage und Messfehler
M-Mode misst ausschließlich entlang der gesetzten Linie. Eine schräge oder anatomisch falsche Cursorposition kann Dimensionen und Bewegungsamplituden systematisch verfälschen.
- Cursorlage im 2D-Bild kontrollieren,
- anatomische Landmarken identifizieren,
- Messzeitpunkt korrekt wählen,
- eindimensionale Messung bei komplexer Geometrie nicht überinterpretieren.
Artefakte und Bildoptimierung
B- und M-Mode zeigen Reverberation, Schallschatten, Spiegel- und andere Artefakte. M-Mode macht Bewegungsartefakte besonders deutlich.
Siehe Ultraschallartefakte und Gain und TGC.
Weitere Bildgebungsmodi ergänzen B-Mode
Farbdoppler, Spektraldoppler, Harmonic Imaging, CEUS und Elastographie ergänzen die konventionelle Bildgebung um zusätzliche Informationen.
Mehr dazu unter CEUS und Elastographie.
FAQ zu B-Mode und M-Mode
Was bedeutet B-Mode?
Brightness Mode: Echos werden als Helligkeitswerte in einem zweidimensionalen Schnittbild dargestellt.
Was bedeutet M-Mode?
Motion Mode: Eine einzelne Schalllinie wird über die Zeit dargestellt.
Ist M-Mode nur fürs Herz?
Nein. Er wird besonders in der Echokardiographie genutzt, kann aber auch andere dynamische Ultraschallzeichen darstellen.
Warum ersetzt M-Mode B-Mode nicht?
Weil er nur eine Linie und keine vollständige zweidimensionale Anatomie abbildet.
Quellen
Die fachlichen Aussagen wurden am 10. August 2026 anhand aktueller beziehungsweise weiterhin maßgeblicher Fachgesellschafts- und Leitlinienquellen geprüft.
- DEGUM Innere Medizin: A-, B-, M-Mode als Ultraschallgrundlagen
- DEGUM Vaskulärer Ultraschall: B-/M-Mode und Bildoptimierung
- DEGUM: Grundkurs TTE – M-Mode, B-Mode und Dopplerverfahren
- DEGUM Arbeitskreis Echokardiografie: 2D- und M-Mode-Echokardiografie
- EFSUMB: Guideline-Katalog einschließlich Technical Quality Assurance für B-Mode
Hinweis: Diese Seite erklärt technische Darstellungsmodi. Klinische Mess- und Diagnosekriterien sind organ- und fachgebietsspezifisch.

