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POCUS in Notaufnahme und Schockraum: Ultraschall bei Schock, Dyspnoe und Trauma

Point-of-Care-Ultraschall (POCUS) ist in Notaufnahme und Schockraum besonders wertvoll, wenn innerhalb weniger Minuten geklärt werden muss, welche Ursachen einer akuten Kreislauf- oder Ateminstabilität wahrscheinlich sind und welche nächsten Schritte priorisiert werden sollten.

Der große Vorteil liegt nicht in einem einzelnen Ultraschallzeichen, sondern in der fokussierten Kombination mehrerer Organregionen: Herz, Lunge, Pleura, Abdomen, Aorta und Gefäße können je nach Fragestellung unmittelbar am Patienten untersucht werden. Das Ergebnis wird mit Vitalparametern, Anamnese, körperlichem Befund, Labor und gegebenenfalls weiterer Bildgebung zusammengeführt.

POCUS darf dabei nicht zu diagnostischer Scheinsicherheit führen. Ein negatives FAST schließt beispielsweise relevante Verletzungen nicht aus, ein einzelner IVC-Befund definiert keinen Volumenstatus und eine rechtsventrikuläre Dilatation während der Reanimation beweist keine Lungenembolie. Akut-POCUS ist Entscheidungshilfe innerhalb eines klinischen Gesamtkonzepts – kein Ersatz für Reanimation, CT, umfassende Echokardiographie oder andere notwendige Diagnostik.

Inhalt

Welche Rolle hat POCUS in Notaufnahme und Schockraum?

Notfallmedizinischer POCUS ist eng mit der laufenden klinischen Versorgung verknüpft. Die Untersuchung soll keine vollständige Bildgebung „im Kleinformat“ nachbilden, sondern eine definierte Frage beantworten, die für die aktuelle Entscheidung relevant ist.

Die gemeinsame Position von EuSEM und EFSUMB beschreibt Emergency Medicine POCUS als etabliertes Konzept, warnt aber zugleich davor, dass die schnelle Verbreitung der Methode Ausbildung und Qualitätssicherung überholen kann. Genau deshalb gehören definierter Untersuchungsumfang, überprüfbare Kompetenz und strukturierte Qualitätssicherung zur sicheren Anwendung.

Für den klinischen Einsatz bedeutet das: POCUS ist besonders sinnvoll, wenn ein Befund unmittelbar handlungsrelevant ist oder die Auswahl der nächsten Diagnostik beeinflusst.

Die allgemeine POCUS-Systematik steht unter POCUS: Point-of-Care-Ultraschall.

Typische POCUS-Fragestellungen in der Akutmedizin

Klinische SituationPOCUS kann beispielsweise prüfenWichtige Grenze
Undifferenzierter Schock / HypotonieHerzfunktion, Perikard, Lunge, freie Flüssigkeit, Aorta, ausgewählte Gefäßbefundekein einzelnes Zeichen klassifiziert den Schock zuverlässig
Akute DyspnoePleura, B-Linien-Muster, Erguss, Konsolidierung, Pneumothoraxzeichen, fokussierte kardiale BefundeMuster sind kontextabhängig und teilweise unspezifisch
Traumafreie Flüssigkeit, Perikarderguss, Pneumothorax, Hämothoraxnegative FAST/eFAST schließt Organ-, Darm- oder retroperitoneale Verletzung nicht aus
Reanimationausgewählte reversible Ursachen, kardiale Aktivität, Perikarderguss, Pneumothoraxkeine Verlängerung der Kompressionspausen
Thoraxschmerz / Kreislaufinstabilitätausgewählte Herz-, Aorten-, Lungen- und Pleura-BefundePOCUS ersetzt keine notwendige definitive Diagnostik
Verdacht auf DVT / Embolie-KontextKompressionssonographie definierter Venenabschnitte, Rechtsherzzeichen im Gesamtkontextisolierte Rechtsherzzeichen beweisen keine Lungenembolie
Akute ProzedurZielgefäß, Flüssigkeitsraum, Nadelweg und Nachbarstrukturenerfordert eigene prozedurale Kompetenz und Hygiene

POCUS bei Schock und unklarer Hypotonie

Bei undifferenzierter Hypotonie besteht die Stärke von POCUS darin, innerhalb kurzer Zeit mehrere potenziell relevante Organbefunde zusammenzuführen. Der ACEP Sonoguide beschreibt hierfür unter anderem strukturierte Ansätze wie das RUSH-Examen – Rapid Ultrasound for Shock and Hypotension.

RUSH und verwandte Protokolle untersuchen typischerweise mehrere Bereiche, beispielsweise:

  • Herz und Perikard,
  • Vena cava inferior und ausgewählte venöse Zeichen,
  • Abdomen auf freie Flüssigkeit,
  • Aorta,
  • Lunge und Pleura auf B-Linien, Pneumothorax oder Erguss.

Der Wert entsteht aus der Mustererkennung über mehrere Organsysteme. Ein einzelner Ultraschallbefund sollte nicht isoliert einer Schockform zugeordnet werden. Insbesondere die Vena cava inferior ist von Beatmung, Atemmechanik, intrathorakalem Druck, Rechtsherzfunktion und weiteren Faktoren abhängig und sollte nicht als alleiniger „Volumenmesser“ interpretiert werden.

RUSH: strukturierter Multi-Organ-Ansatz, kein universeller Pflichtalgorithmus

Der ACEP Sonoguide beschreibt RUSH als ein historisch gewachsenes Protokoll mit mehreren heute verwendeten Varianten. Die ursprüngliche HI-MAP-Struktur umfasst Herz, IVC, Morison-Pouch beziehungsweise FAST, Aorta und Pneumothorax-Beurteilung.

Für die Praxis ist die Idee wichtiger als das Akronym: Bei unklarem Schock systematisch mehrere potenzielle Ursachen und physiologische Hinweise untersuchen, statt sich auf ein einzelnes Organ zu fixieren.

RUSH ist jedoch nicht der einzige mögliche Ansatz und sollte nicht als universell vorgeschriebener Algorithmus dargestellt werden. Lokale Standards, Ausbildung und klinische Situation bestimmen, welche Schallfenster tatsächlich sinnvoll sind.

Was kann fokussierter Herzultraschall im Schockraum beitragen?

Fokussierter kardialer POCUS kann ausgewählte morphologische und funktionelle Informationen liefern, beispielsweise:

  • grobe globale linksventrikuläre systolische Funktion,
  • größerer Perikarderguss und Zeichen einer hämodynamischen Relevanz im klinischen Kontext,
  • deutliche rechtsventrikuläre Dilatation beziehungsweise Rechtsherzbelastungsmuster,
  • grobe Kammergrößen und Füllungsmuster,
  • kardiale Aktivität bei peri-arrest- beziehungsweise Reanimationssituationen.

Diese fokussierte Untersuchung ist keine vollständige Echokardiographie. Klappenpathologien, quantitative Hämodynamik, regionale Wandbewegungsstörungen und komplexe Funktionsfragen können zusätzliche standardisierte Ebenen, Doppleranalysen und weiterführende Expertise erfordern.

Ein besonders wichtiger Sicherheitsaspekt betrifft mögliche Lungenembolie: Die 2025er Reanimationsleitlinie des Resuscitation Council UK warnt ausdrücklich davor, eine isolierte rechtsventrikuläre Dilatation während eines Kreislaufstillstands als Diagnose einer Lungenembolie zu verwenden.

Lungen-POCUS bei akuter Dyspnoe

Lungenultraschall eignet sich für fokussierte Fragen bei akuter Dyspnoe, weil Pleura und typische Artefaktmuster direkt am Bett beurteilt werden können. Der ACEP Sonoguide nennt unter anderem Pneumothorax, interstitielles Ödem, Pleuraerguss, Pneumonie beziehungsweise Konsolidierung, Lungenkontusion und weitere thorakale Fragestellungen.

Typische Elemente sind:

  • Pleuralinie und Lung Sliding,
  • B-Linien und deren Verteilung,
  • pleurale Flüssigkeit,
  • periphere Konsolidierungen,
  • Pneumothoraxzeichen einschließlich fehlendem Lung Sliding im passenden Kontext.

Ein integrierter Ansatz aus Lunge und Herz kann bei Dyspnoe zusätzliche Orientierung geben. Trotzdem sind einzelne Befunde nicht diagnosespezifisch: B-Linien können beispielsweise bei verschiedenen interstitiellen oder alveolären Veränderungen auftreten und müssen mit Verteilung und klinischem Kontext interpretiert werden.

Die vollständige POCUS-Anwendung wird auf POCUS-Lungenultraschall vertieft.

Trauma: Welche Rolle haben FAST und eFAST?

FAST – Focused Assessment with Sonography in Trauma – untersucht definierte Regionen auf freie Flüssigkeit und einen Perikarderguss. eFAST erweitert den Ansatz um thorakale Schallfenster zur Beurteilung von Pneumothorax und Hämothorax.

Der ACEP Sonoguide betont den besonderen Nutzen bei hämodynamisch instabilen Traumapatienten, weil die Untersuchung parallel zu Evaluation und Reanimation am Bett durchgeführt werden kann.

Gleichzeitig ist die Grenze zentral: FAST hat insbesondere bei hämodynamisch stabilen Patienten eine begrenzte Sensitivität und zeigt spezifische Organverletzungen oder retroperitoneale Blutungen nur unzureichend. Ein negatives FAST darf daher bei fortbestehendem klinischem Verdacht nicht als Ausschluss einer relevanten Verletzung verstanden werden.

Details zu Fenstern, Befunden und Grenzen folgen unter FAST und eFAST.

Aorta und Gefäße im Akut-POCUS

Bei passender klinischer Konstellation kann die abdominale Aorta in die fokussierte Untersuchung einbezogen werden. Der ACEP Sonoguide nennt Schock, Hypotonie, Synkope sowie Bauch-, Flanken- oder Rückenschmerzen als typische Situationen, in denen eine sonographische Aortenbeurteilung relevant sein kann.

POCUS kann ein abdominales Aortenaneurysma darstellen. Die sichere Feststellung beziehungsweise der Ausschluss einer Ruptur allein mit Ultraschall ist jedoch deutlich schwieriger; klinischer Zustand und weitere Bildgebung bleiben entscheidend.

Gefäßultraschall kann außerdem je nach Fragestellung zur DVT-Diagnostik oder Prozedurführung eingesetzt werden. Auch hier gilt: Der Scope des verwendeten Protokolls muss klar definiert sein – eine fokussierte Kompressionsuntersuchung ist nicht automatisch identisch mit einer vollständigen Duplexsonographie des Venensystems.

POCUS während der Reanimation: nur ohne zusätzliche Kompressionspause

Für die Reanimation gelten besonders strenge Prioritäten. Die 2025 veröffentlichten Leitlinien des Resuscitation Council UK formulieren vier wesentliche Punkte:

  • Intra-arrest-POCUS nur durch entsprechend kompetente Anwender.
  • POCUS darf keine zusätzlichen oder verlängerten Unterbrechungen der Thoraxkompressionen verursachen.
  • POCUS kann bei der Suche nach behandelbaren Ursachen wie Herztamponade oder Spannungspneumothorax helfen.
  • POCUS-Befunde dürfen nicht isoliert zur Beendigung einer Reanimation verwendet werden.

Damit ist POCUS in der Reanimation eine sekundäre Informationsquelle innerhalb des etablierten ALS-Ablaufs. Die Ultraschalluntersuchung muss sich dem Reanimationsrhythmus unterordnen – nicht umgekehrt.

Das Thema wird unter POCUS bei Reanimation und Intensivmedizin ausführlich behandelt.

Wie lässt sich POCUS in den Schockraum-Workflow integrieren?

POCUS sollte nicht als zusätzlicher isolierter Untersuchungsschritt organisiert werden, sondern in die vorhandene Akutversorgung eingebettet sein.

  1. Prioritäten sichern: Atemweg, Oxygenierung, Kreislauf, Blutungskontrolle und andere unmittelbar lebensrettende Maßnahmen haben Vorrang.
  2. Klinische Frage definieren: Welche Information kann die aktuelle Entscheidung verändern?
  3. Passendes Fenster wählen: nur die für diese Frage relevanten Organregionen untersuchen.
  4. Akquisition standardisieren: klare Sondenpositionen und ausreichende Bildqualität.
  5. Befund in Echtzeit kommunizieren: Ergebnis und Unsicherheit für das Team eindeutig benennen.
  6. Nächsten Schritt festlegen: Therapie, weitere POCUS-Fenster, CT, formale Echokardiographie oder andere Diagnostik.
  7. Dokumentieren: Fragestellung, Bilder, Befund und Grenzen nach dem Akutereignis beziehungsweise im laufenden Workflow nachvollziehbar erfassen.

Ein guter Akut-POCUS-Workflow reduziert nicht nur Scanzeit. Er verhindert auch, dass das Team an einem interessanten, aber für die aktuelle Entscheidung irrelevanten Ultraschallbefund hängen bleibt.

Warum sind serielle POCUS-Untersuchungen wichtig?

Ein einzelner Ultraschallscan ist eine Momentaufnahme. Gerade in Notaufnahme und Intensivmedizin verändert sich die Physiologie häufig innerhalb kurzer Zeit.

Serielle fokussierte Untersuchungen können sinnvoll sein, wenn sie eine definierte klinische Frage erneut prüfen – beispielsweise:

  • neu auftretende freie Flüssigkeit nach Trauma,
  • Veränderung von Lungenbefunden im Verlauf,
  • Entwicklung eines Perikardergusses,
  • Veränderung grober kardialer Funktionsmuster,
  • Kontrolle nach einer ultraschallgestützten Prozedur.

Der Vorteil liegt in der Wiederholbarkeit ohne ionisierende Strahlung. Voraussetzung ist jedoch eine ausreichend standardisierte Akquisition, damit Veränderungen nicht lediglich durch andere Sondenpositionen oder Einstellungen entstehen.

Typische Fehler und Überinterpretationen im Akut-POCUS

FehlerWarum problematisch?Bessere Vorgehensweise
Negatives FAST = keine relevante Verletzungbegrenzte Sensitivität und eingeschränkte Organ-/Retroperitonealdiagnostikklinischen Verdacht und weitere Bildgebung berücksichtigen
IVC klein = HypovolämieIVC wird von zahlreichen physiologischen Faktoren beeinflusstnur im Multi-Parameter-Kontext interpretieren
Viele B-Linien = automatisch kardiales LungenödemB-Linien sind nicht ätiologiespezifischVerteilung, Herzbefund und klinischen Kontext kombinieren
RV-Dilatation = LungenembolieRechtsherzbelastung hat mehrere Ursachenals unterstützenden, nicht beweisenden Befund behandeln
Keine kardiale Bewegung = Reanimation beendenPOCUS darf nicht alleiniger Abbruchgrund seingültige Reanimationsleitlinie und Gesamtbefund anwenden
Unklare Struktur weiter scannen, obwohl Akutmaßnahmen wartenPOCUS kann Versorgung verzögernUntersuchung auf handlungsrelevante Frage begrenzen
Schlechtes Schallfenster als negativer Befundnicht dargestellt ist nicht gleich nicht vorhandenBefund als eingeschränkt oder indeterminiert dokumentieren

Training, Dokumentation und Qualitätssicherung im Emergency POCUS

Die gemeinsame EuSEM-/EFSUMB-Stellungnahme zum Emergency POCUS Stewardship macht Qualitätssicherung zu einem Kernthema. Die Autoren weisen darauf hin, dass die rasche Verbreitung von Emergency POCUS teilweise schneller erfolgt als die Entwicklung belastbarer Ausbildungs- und Qualitätssysteme.

Für einen professionellen Schockraum-POCUS-Workflow sollten deshalb mindestens folgende Elemente definiert sein:

  • klarer Kompetenz- und Anwendungsscope,
  • strukturierte Ausbildung und Supervision,
  • standardisierte Protokolle für häufige Akutsituationen,
  • Bildspeicherung und nachvollziehbare Befunddokumentation,
  • regelmäßige Fall- und Bildreviews,
  • Geräte-QA und Hygienestandards,
  • klare Eskalationswege bei unklaren oder außerhalb des Scopes liegenden Befunden.

Der Kompetenzaufbau wird unter POCUS lernen: Kurse, Training und Kompetenz behandelt.

Welche Geräteanforderungen sind für Notaufnahme und Schockraum wichtig?

Im Akutbereich zählen nicht nur maximale Bildqualität und Funktionsumfang. Das Gerät muss ohne unnötige Verzögerung verfügbar und in den Schockraum-Workflow integrierbar sein.

  • schneller Systemstart und unmittelbare Verfügbarkeit,
  • Phased-Array-, Konvex- und Linearsonde beziehungsweise funktional geeignete Alternativen,
  • gute B-Mode-Bildqualität in oberflächlichen und tiefen Regionen,
  • M-Mode und für den lokalen Scope benötigte Dopplerfunktionen,
  • schneller Preset- und Sondenwechsel,
  • ausreichende Akkureserve beziehungsweise sichere Stromversorgung,
  • gut reinigbare Oberflächen und etablierter Hygieneprozess,
  • Bild- und Loop-Speicherung,
  • eindeutige Patientenzuordnung und Dokumentationsworkflow.

Die Beschaffungskriterien sind unter POCUS-Ultraschallgerät kaufen systematisch dargestellt.

FAQ: POCUS in Notaufnahme und Schockraum

Was kann POCUS bei Schock zeigen?

POCUS kann ausgewählte Befunde an Herz, Perikard, Lunge, Abdomen, Aorta und Gefäßen darstellen. Die Kombination kann bei der Ursachenorientierung eines undifferenzierten Schocks helfen. Kein einzelner Befund sollte den Schocktyp allein festlegen.

Was ist RUSH?

RUSH steht für Rapid Ultrasound for Shock and Hypotension. Es ist ein strukturierter Multi-Organ-Ansatz für Patienten mit Hypotonie beziehungsweise Schock. Es existieren verschiedene Varianten; RUSH ist kein universell vorgeschriebener Pflichtalgorithmus.

Kann POCUS einen Schocktyp sicher bestimmen?

Nicht allein. Ultraschallbefunde können bestimmte Ursachen wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher machen, müssen aber mit klinischer Situation, Vitalparametern und weiterer Diagnostik kombiniert werden.

Was untersucht FAST im Schockraum?

FAST untersucht definierte abdominale beziehungsweise perikardiale Räume auf freie Flüssigkeit. eFAST ergänzt thorakale Fenster für Pneumothorax und Hämothorax. Ein negatives Ergebnis schließt nicht jede relevante Trauma-Verletzung aus.

Kann Lungenultraschall bei akuter Atemnot helfen?

Ja. POCUS kann Pleura, B-Linien-Muster, Ergüsse, Konsolidierungen und Pneumothoraxzeichen beurteilen. Die Befunde müssen jedoch im klinischen Kontext interpretiert werden, weil einzelne Zeichen nicht für eine einzige Erkrankung spezifisch sind.

Darf Ultraschall die Reanimation unterbrechen?

Nein. Die 2025er Reanimationsleitlinien fordern, dass intra-arrest POCUS keine zusätzlichen oder verlängerten Unterbrechungen der Thoraxkompressionen verursacht und nur von kompetenten Anwendern eingesetzt wird.

Ist eine kollabierende Vena cava ein sicherer Beweis für Volumenmangel?

Nein. Größe und Atemvariabilität der Vena cava inferior werden von mehreren physiologischen und technischen Faktoren beeinflusst. Der Befund sollte nicht isoliert zur Diagnose von Hypovolämie oder zur Steuerung einer Flüssigkeitstherapie verwendet werden.

Ersetzt POCUS im Schockraum das CT?

Nein. POCUS kann bei instabilen Patienten unmittelbar handlungsrelevante Befunde liefern und die weitere Diagnostik priorisieren. CT bleibt für viele Verletzungen und Erkrankungen anatomisch umfassender und genauer, sobald Transport und klinische Situation die Untersuchung erlauben.

Quellen

Die akutmedizinischen Kernaussagen wurden am 9. August 2026 anhand aktueller beziehungsweise weiterhin maßgeblicher Fachgesellschafts- und Leitlinienquellen geprüft.

Hinweis: Die Seite dient der fachlichen Information über POCUS in der Akutmedizin. Sie ersetzt keine notfallmedizinische Ausbildung, keine lokalen Schockraum- oder Reanimationsalgorithmen und keine individuelle diagnostische oder therapeutische Entscheidung.