FAST – Focused Assessment with Sonography in Trauma – ist eine fokussierte Ultraschalluntersuchung bei Traumapatienten. Sie sucht in definierten Schallfenstern vor allem nach freier Flüssigkeit im Perikard und in der Peritonealhöhle. eFAST erweitert das Protokoll um thorakale Schallfenster, insbesondere zur Beurteilung von Pneumothorax und Hämothorax.
Das Protokoll ist für zeitkritische Situationen konzipiert und besonders wertvoll, wenn ein instabiler Patient nicht ohne Weiteres zur Computertomographie transportiert werden kann. FAST/eFAST ist jedoch kein vollständiger Organcheck. Die Untersuchung soll schnell definierte Blutungs- beziehungsweise Thoraxfragen beantworten und darf ein negatives Ergebnis nicht mit „keine Verletzung“ gleichsetzen.
Die wichtigste diagnostische Einordnung lautet deshalb: Ein klar positiver eFAST-Befund kann im passenden klinischen Kontext sehr hilfreich sein; ein negativer eFAST schließt relevante thorakoabdominelle Verletzungen nicht zuverlässig aus. Das gilt besonders für Organverletzungen ohne größere freie Flüssigkeit, retroperitoneale Verletzungen und kleine beziehungsweise ungünstig gelegene Thoraxbefunde.
Inhalt
- Was sind FAST und eFAST?
- Unterschied FAST vs. eFAST
- Was soll die Untersuchung erkennen?
- Welche Schallfenster gehören zum FAST?
- Perikardiales Fenster
- Rechter Oberbauch / Morison-Pouch
- Linker Oberbauch / perisplenischer Raum
- Becken
- Thorax und Hämothorax
- eFAST beim Pneumothorax
- Sonde und Geräteeinstellungen
- Was bedeutet ein positiver FAST?
- Was bedeutet ein negativer FAST?
- Wann ist ein serielles FAST sinnvoll?
- Typische Fehler und Pitfalls
- FAST/eFAST im Schockraum-Workflow
- Dokumentation und Qualität
- FAQ
- Quellen
Was sind FAST und eFAST?
FAST ist ein fokussiertes Trauma-Ultraschallprotokoll. Das American College of Emergency Physicians (ACEP) beschreibt als Kernziel die schnelle Suche nach freier Flüssigkeit – typischerweise Blut – in perikardialen und intraperitonealen Räumen.
Das „extended“ FAST erweitert diese Untersuchung um den Thorax. Damit kommen insbesondere zwei weitere akut relevante Fragestellungen hinzu:
- Gibt es sonographische Hinweise auf einen Pneumothorax?
- Ist freie Flüssigkeit im Pleuraspalt als möglicher Hämothorax erkennbar?
Der American College of Surgeons (ACS) ordnet eFAST 2026 entsprechend als thorakal erweitertes FAST ein, mit dem freie Flüssigkeit beziehungsweise Luft in Thorax, Abdomen und perikardialem Raum erkannt werden können.
FAST/eFAST ist damit ein klassisches Beispiel für das Prinzip von Point-of-Care-Ultraschall (POCUS): begrenzte Fragestellung, unmittelbare Untersuchung und direkte Integration in die Akutversorgung.
FAST vs. eFAST: Was ist der Unterschied?
| Protokoll | Untersuchungsbereiche | Primäre Zielbefunde |
|---|---|---|
| FAST | Perikard, rechter Oberbauch, linker Oberbauch, Becken | perikardiale und intraperitoneale freie Flüssigkeit |
| eFAST | FAST plus thorakale Schallfenster | zusätzlich Pneumothorax und pleurale Flüssigkeit / Hämothorax |
In der Praxis werden die Begriffe teilweise überlappend verwendet. Fachlich sinnvoll ist die klare Trennung: eFAST enthält die klassische FAST-Untersuchung und ergänzt gezielte Thoraxsonographie.
Was soll FAST/eFAST erkennen – und was nicht?
FAST untersucht vor allem potenzielle Räume, in denen sich freie Flüssigkeit sammeln kann. Das ACEP nennt Perikard, rechten und linken Oberbauch sowie Becken. Das Ziel ist nicht, Leber, Milz, Nieren oder Darm vollständig morphologisch zu untersuchen.
eFAST ergänzt die Beurteilung des Pleuraspalts und der Pleuralinie. Damit kann das Protokoll unter anderem folgende Befunde unterstützen:
- Hämoperikard beziehungsweise perikardiale Flüssigkeit im Trauma-Kontext,
- freie intraperitoneale Flüssigkeit,
- pleurale Flüssigkeit beziehungsweise Hämothorax,
- sonographische Zeichen eines Pneumothorax.
Nicht primäres Ziel des FAST ist die sichere Charakterisierung einer spezifischen Leber-, Milz-, Nieren-, Darm- oder retroperitonealen Verletzung. ACEP weist ausdrücklich darauf hin, dass Organverletzungen ohne relevante Blutung und viele retroperitoneale Verletzungen sonographisch übersehen werden können.
Welche Schallfenster gehören zum FAST?

Die klassische FAST-Untersuchung umfasst vier zentrale Regionen:
- Perikardiales Fenster: Suche nach perikardialer Flüssigkeit.
- Rechter Oberbauch: hepatorenaler Raum, Leberunterrand und angrenzende Regionen.
- Linker Oberbauch: perisplenischer beziehungsweise splenorenaler Bereich und Zwerchfellregion.
- Becken: freie Flüssigkeit hinter beziehungsweise um Harnblase und Uterus, abhängig von Anatomie und Geschlecht.
Für eFAST kommen zusätzlich thorakale Fenster hinzu. Die Untersuchung darf nicht auf einen einzigen statischen Bildausschnitt reduziert werden. ACEP empfiehlt, die relevanten Räume ausreichend breit abzufahren, weil kleine Flüssigkeitsmengen sonst übersehen werden können.
Perikardiales FAST-Fenster
Das perikardiale Fenster soll freie Flüssigkeit um das Herz erkennen. Häufig werden ein subxiphoidaler Vierkammerblick oder – wenn dieser nicht ausreichend darstellbar ist – ein parasternaler Längsschnitt verwendet.
Eine echoarme oder echofreie Flüssigkeitsschicht im Perikard muss im anatomischen Zusammenhang beurteilt werden. Zu den typischen Verwechslungen gehören perikardiales Fett und ein linksseitiger Pleuraerguss.
FAST beantwortet dabei primär die Frage nach perikardialer Flüssigkeit. Ob tatsächlich eine hämodynamisch relevante Tamponade vorliegt, ist eine weitergehende klinisch-echokardiographische Beurteilung und darf nicht allein aus dem Vorhandensein eines Ergusses abgeleitet werden.
Rechter Oberbauch: Morison-Pouch und Leberunterrand
Der rechte Oberbauch ist häufig eines der am einfachsten zugänglichen FAST-Fenster. Untersucht wird der Bereich zwischen Leber und rechter Niere – der hepatorenale Rezess beziehungsweise Morison-Pouch – zusammen mit Leberunterrand und Zwerchfellregion.
Freie Flüssigkeit kann sich nicht nur direkt zwischen Leber und Niere zeigen. ACEP betont, dass auch der kaudale Leberrand und die Leberunterkante sorgfältig verfolgt werden sollten, weil sich kleine Mengen dort sammeln können.
Wird die Sonde weiter kranial geführt, lässt sich zusätzlich der Bereich oberhalb des Zwerchfells beurteilen. Flüssigkeit im Pleuraspalt erscheint dort typischerweise echoarm beziehungsweise echofrei und kann im Trauma-Kontext mit einem Hämothorax vereinbar sein.
Linker Oberbauch: Milz, Niere und Zwerchfell
Das linke Oberbauchfenster ist technisch häufig schwieriger. Anders als auf der rechten Seite sammelt sich freie Flüssigkeit nicht zwingend bevorzugt direkt zwischen Milz und Niere. ACEP empfiehlt deshalb, insbesondere den Bereich um die Milz, den unteren Milzpol und die Zwerchfellregion vollständig zu erfassen.
Rippenschatten und eine zu weit ventrale Sondenposition gehören zu den häufigen Ursachen eines unvollständigen Fensters. Die Sonde muss oft weiter dorsal und kranial positioniert werden als beim rechten Oberbauch.
Beckenfenster: freie Flüssigkeit im kleinen Becken
Das Becken ist ein weiterer potenzieller Sammelraum für intraperitoneale Flüssigkeit. Die Harnblase dient als wichtiges akustisches Fenster.
Bei männlicher Anatomie wird freie intraperitoneale Flüssigkeit typischerweise dorsal der Harnblase gesucht. Bei weiblicher Anatomie kann sie unter anderem im Douglas-Raum hinter dem Uterus sichtbar sein. ACEP weist darauf hin, dass geringe freie Flüssigkeit im Douglas-Raum je nach Zyklus auch physiologisch vorkommen kann.
Ein fast leeres Beckenorgan erschwert die Darstellung. Zudem kann geronnenes Blut echogener erscheinen als frisches, anechogenes Blut und dadurch weniger offensichtlich sein.
Wie erkennt eFAST einen Hämothorax?
Für die Hämothorax-Beurteilung werden die Oberbauchfenster nach kranial bis zum Zwerchfell erweitert. Freie Flüssigkeit im Pleuraspalt kann oberhalb des Zwerchfells als echoarme beziehungsweise echofreie Zone sichtbar werden.
Die anatomische Orientierung ist entscheidend: Flüssigkeit unterhalb des Zwerchfells liegt intraperitoneal, Flüssigkeit oberhalb des Zwerchfells intrathorakal. Eine einzelne schwarze Struktur darf deshalb nicht ohne sichere Darstellung des Zwerchfells als Hämothorax klassifiziert werden.
Wie untersucht eFAST auf Pneumothorax?
Beim liegenden Traumapatienten wird für die Pneumothoraxsuche häufig anterior begonnen, weil sich freie Luft in Rückenlage bevorzugt ventral sammelt. ACEP nennt als typischen Startbereich den anterioren Thorax etwa im zweiten bis vierten Interkostalraum.
Untersucht wird die Pleuralinie zwischen den Rippenschatten. Zu den relevanten Zeichen gehören insbesondere:
- Lung Sliding: sichtbares Gleiten von viszeraler und parietaler Pleura gegeneinander; vorhandenes normales Sliding spricht an dieser untersuchten Stelle gegen einen Pneumothorax.
- fehlendes Lung Sliding: kann bei Pneumothorax vorkommen, ist aber nicht spezifisch.
- weitere thorakale Zeichen: abhängig von Ausbildung und Protokoll können zusätzliche B-Mode- und M-Mode-Zeichen einbezogen werden.
Besonders wichtig ist die Interpretation des fehlenden Lung Sliding. ACEP nennt mehrere mögliche Ursachen außer Pneumothorax, darunter Hauptbronchusintubation, geringe beziehungsweise fehlende Ventilation und andere pleurale beziehungsweise pulmonale Situationen. Fehlendes Sliding allein beweist daher keinen Pneumothorax.
Außerdem erkennt die Sonde nur einen Pneumothorax, der sich direkt unter dem untersuchten Bereich befindet. Bei hohem Verdacht müssen deshalb mehrere Thoraxareale untersucht werden.
Die thorakale Sonographie wird unter POCUS-Lungenultraschall ausführlicher behandelt.
Welche Sonde und Einstellungen eignen sich für FAST/eFAST?
Für die abdominalen FAST-Fenster werden häufig eine Konvexsonde oder eine Phased-Array-Sonde mit ausreichender Eindringtiefe verwendet. Für die detaillierte Pleuralinie beim Pneumothorax ist eine hochfrequente Linearsonde besonders geeignet; ACEP weist jedoch darauf hin, dass auch Konvex- oder Phased-Array-Sonden für die Thoraxbeurteilung verwendet werden können.
| Region | Typische Sondenwahl | Technischer Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Perikard | Phased Array oder Konvex | ausreichende Tiefe und kleines interkostales/subxiphoidales Fenster |
| RUQ / LUQ / Becken | Konvex oder Phased Array | Tiefendarstellung und Übersicht |
| Pleura / Pneumothorax | Linear; alternativ Konvex oder Phased Array | geringe Tiefe, Pleuralinie klar darstellen |
| Hämothorax | Konvex oder Phased Array | Zwerchfell und pleuralen Raum gemeinsam erfassen |
Gain und Tiefe sollten so eingestellt werden, dass die relevante Grenzfläche eindeutig sichtbar ist. Eine zu große Tiefe beim Pleura-Scan verkleinert die für Pneumothoraxzeichen entscheidende Pleuralinie unnötig.
Die grundlegenden Unterschiede der Sonden stehen unter Linear vs. Konvex vs. Phased Array.
Was bedeutet ein positiver FAST/eFAST?
Ein positiver FAST bedeutet zunächst, dass in einem untersuchten potenziellen Raum freie Flüssigkeit gesehen wurde. Im passenden Trauma-Kontext ist Blut eine wichtige Ursache – aber freie Flüssigkeit ist nicht automatisch Blut.
ACEP nennt als mögliche Differenzialdiagnosen beispielsweise vorbestehenden Aszites, Flüssigkeit nach rupturierter Ovarialzyste, Blasenverletzung oder Peritonealdialyse. Auch im Perikard oder Pleuraspalt müssen Befund, Unfallmechanismus und klinische Situation zusammengeführt werden.
Ein positiver Befund ist vor allem deshalb relevant, weil er bei einem instabilen Patienten die Wahrscheinlichkeit einer akut behandlungsbedürftigen Blutung oder Thoraxverletzung deutlich erhöhen und die weitere Versorgung priorisieren kann.
Was bedeutet ein negativer FAST/eFAST?
Ein negativer FAST/eFAST bedeutet nicht „keine Verletzung“. Er bedeutet nur, dass in den technisch ausreichend untersuchten Fenstern die gesuchten Zeichen zu diesem Zeitpunkt nicht nachgewiesen wurden.
Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zur diagnostischen Genauigkeit von eFAST kam zu dem Schluss, dass das Verfahren für Pneumothorax, Perikarderguss und intraabdominelle freie Flüssigkeit als bedside Rule-in-Test nützlich ist, seine Leistung als Rule-out-Test aber nicht ausreicht.
Typische Gründe für einen falsch-negativen oder unzureichenden FAST sind:
- zu geringe Menge freier Flüssigkeit,
- früher Untersuchungszeitpunkt,
- Blutung beziehungsweise Verletzung im Retroperitoneum,
- Organ- oder Darmverletzung ohne relevante freie Flüssigkeit,
- ungünstige Schallfenster,
- subkutanes Emphysem,
- zu wenige oder unvollständige Schnittebenen,
- geronnenes Blut mit geringerer echofreier Darstellung,
- kleiner oder lokal begrenzter Pneumothorax außerhalb des untersuchten Thoraxareals.
ACEP betont deshalb, dass bei anhaltendem klinischem Verdacht nach negativem FAST weitere Diagnostik beziehungsweise eine Wiederholungsuntersuchung notwendig sein kann. Bei hämodynamisch stabilen Traumapatienten liefert CT für viele Organ- und retroperitoneale Verletzungen eine deutlich umfassendere anatomische Beurteilung.
Wann ist ein serielles FAST sinnvoll?
FAST ist eine Momentaufnahme. Bei einer fortschreitenden Blutung kann eine initial noch nicht sichtbare Flüssigkeitsmenge später sonographisch erkennbar werden.
ACEP empfiehlt bei negativem Erstbefund und weiterhin hohem klinischem Verdacht, eine Wiederholungsuntersuchung zu erwägen. Serielle Untersuchungen können insbesondere sinnvoll sein, wenn der Patient engmaschig beobachtet wird und Veränderungen des klinischen Zustands auftreten.
Ein serieller FAST-Ansatz ersetzt jedoch keine indizierte definitive Bildgebung. Bei stabilen Patienten mit relevanter Traumafragestellung bleibt CT für die detaillierte Darstellung von Organ-, Retroperitoneal- und anderen Verletzungen häufig entscheidend.
Typische Fehler und Pitfalls bei FAST/eFAST
| Fehler | Mögliche Folge | Präzisere Vorgehensweise |
|---|---|---|
| Nur ein schneller RUQ-Blick | freie Flüssigkeit an anderer Stelle wird übersehen | alle vorgesehenen Fenster vollständig untersuchen |
| Perinephrisches Fett = freie Flüssigkeit | falsch-positiver FAST | Anatomie und Vergleichsseite beachten |
| Schwarze Struktur = Blut | Aszites oder andere Flüssigkeit wird fehlinterpretiert | Traumakontext und Morphologie einbeziehen |
| Geronnenes Blut muss schwarz sein | echogeneres Hämatom wird übersehen | Blut kann unterschiedliche Echogenität besitzen |
| Fehlendes Lung Sliding = Pneumothorax | falsch-positive Thoraxdiagnose | alternative Ursachen und weitere Pneumothoraxzeichen prüfen |
| Sliding an einer Stelle = ganzer Thorax pneumothoraxfrei | lokalisierter Pneumothorax wird übersehen | bei Verdacht mehrere Thoraxregionen untersuchen |
| Negativer FAST = keine Organverletzung | falsche diagnostische Sicherheit | Scope und Sensitivitätsgrenzen berücksichtigen |
| Schlechtes Fenster = negativ | nicht beurteilbarer Bereich wird falsch klassifiziert | als eingeschränkt beziehungsweise indeterminiert dokumentieren |
Weitere allgemeine Ultraschallartefakte sind unter Ultraschall-Artefakte beschrieben.
FAST/eFAST im Schockraum-Workflow
FAST/eFAST ist am nützlichsten, wenn es parallel zur strukturierten Traumaversorgung eingesetzt wird und keine prioritären lebensrettenden Maßnahmen verzögert.
- Traumaprioritäten sichern: Atemweg, Atmung, Kreislauf und Blutungskontrolle bleiben vorrangig.
- FAST/eFAST gezielt durchführen: vollständige relevante Fenster statt zufälliger Einzelbilder.
- Befund sofort kommunizieren: positiv, negativ oder technisch eingeschränkt.
- Mit Hämodynamik und Verletzungsmuster verknüpfen: Ultraschall nicht isoliert bewerten.
- Nächsten Schritt festlegen: unmittelbare Intervention, weitere POCUS-Fenster, CT, operative Diagnostik oder andere Untersuchungen entsprechend der klinischen Situation.
- Bei Bedarf seriell wiederholen: insbesondere bei verändertem Zustand oder weiterhin hohem Verdacht.
- Dokumentieren und Bilder sichern: nach lokalem Qualitäts- und Dokumentationsstandard.
Die übergeordnete Akutlogik wird unter POCUS in Notaufnahme und Schockraum behandelt.
Dokumentation und Qualitätssicherung
Eine FAST/eFAST-Untersuchung sollte nachvollziehbar dokumentieren, welche Fenster technisch ausreichend beurteilt wurden und welche nicht. Ein „negativ“ ist nur für ein tatsächlich beurteilbares Fenster sinnvoll.
Für die Qualitätskontrolle sind insbesondere relevant:
- standardisierte Schallfenster,
- gespeicherte repräsentative Bilder beziehungsweise Loops,
- klare Dokumentation von positiv, negativ oder eingeschränkt,
- Abgleich mit nachfolgender Bildgebung beziehungsweise operativen Befunden,
- regelmäßiges Bildreview und Feedback,
- Training typischer Fehlinterpretationen.
FAST/eFAST ist technisch relativ fokussiert, aber die diagnostische Sicherheit hängt stark von Akquisition und Interpretation ab. Der Kompetenzaufbau wird unter POCUS lernen: Kurse, Training und Kompetenz vertieft.
FAQ zu FAST und eFAST
Wofür steht FAST?
FAST steht für Focused Assessment with Sonography in Trauma. Es ist eine fokussierte Ultraschalluntersuchung zur Suche nach freier Flüssigkeit in definierten perikardialen und intraperitonealen Räumen.
Wofür steht eFAST?
eFAST steht für Extended Focused Assessment with Sonography in Trauma. Das klassische FAST wird um thorakale Schallfenster erweitert, vor allem zur Beurteilung von Pneumothorax und Hämothorax.
Welche vier FAST-Fenster gibt es?
Typischerweise werden Perikard, rechter Oberbauch, linker Oberbauch und Becken untersucht. eFAST ergänzt zusätzliche Thoraxfenster.
Welche Sonde nimmt man für FAST?
Für Abdomen und Perikard werden häufig eine Konvex- oder Phased-Array-Sonde verwendet. Für die detaillierte Pleuralinie beim Pneumothorax ist eine Linearsonde besonders geeignet, wobei auch andere Sonden technisch möglich sind.
Was bedeutet freie Flüssigkeit im FAST?
Im Trauma-Kontext kann freie Flüssigkeit Blut darstellen. Sonographisch freie Flüssigkeit ist jedoch nicht spezifisch für Blut; mögliche vorbestehende oder andere Ursachen müssen berücksichtigt werden.
Schließt ein negativer FAST eine innere Blutung aus?
Nein. Kleine Blutmengen, frühe Blutungen, retroperitoneale Verletzungen und Organverletzungen ohne größere freie Flüssigkeit können übersehen werden. Bei fortbestehendem klinischem Verdacht sind weitere Diagnostik und gegebenenfalls Wiederholungsuntersuchungen erforderlich.
Beweist fehlendes Lung Sliding einen Pneumothorax?
Nein. Fehlendes Lung Sliding kann auch andere Ursachen haben. Es muss mit weiteren sonographischen Zeichen und dem klinischen Kontext kombiniert werden.
Kann FAST Organverletzungen erkennen?
FAST ist primär auf freie Flüssigkeit ausgerichtet und keine umfassende Organuntersuchung. Bestimmte Organverletzungen können sichtbar sein, viele Verletzungen ohne relevante freie Flüssigkeit werden durch das fokussierte Protokoll jedoch nicht zuverlässig erfasst.
Wann sollte FAST wiederholt werden?
Bei negativem Erstbefund und weiterhin hohem klinischem Verdacht oder bei klinischer Veränderung kann ein serieller FAST sinnvoll sein. Eine Wiederholung ersetzt jedoch keine anderweitig indizierte definitive Bildgebung.
Für die besonderen Grenzen der Ultraschallanwendung während CPR siehe POCUS bei Reanimation und Intensivmedizin.
Quellen
Die technischen und diagnostischen Kernaussagen wurden am 9. August 2026 anhand aktueller beziehungsweise weiterhin maßgeblicher Fachgesellschafts- und Reviewquellen geprüft.
- American College of Emergency Physicians (ACEP): FAST Sonoguide – Indikation, Schallfenster, Untersuchungstechnik, thorakale Erweiterung sowie Pearls & Pitfalls
- American College of Surgeons (ACS), Mai 2026: Real-Time Ultrasound Imaging Enhances High-Stakes Surgical Decisions – FAST/eFAST im Trauma und thorakale Erweiterung
- Netherton S et al., 2019: Diagnostic accuracy of eFAST in the trauma patient – systematic review and meta-analysis, Canadian Journal of Emergency Medicine, DOI 10.1017/cem.2018.459
- Savoia P et al., 2023: Focused Assessment with Sonography for Trauma (FAST), Journal of Medical Ultrasound, Überblick zu Indikation, Technik und Grenzen
- Royal College of Emergency Medicine (RCEM): Ultrasound Education & Training – FAST und eFAST als definierte POCUS-Kompetenzen
Hinweis: Diese Seite dient der fachlichen Information über FAST/eFAST. Sie ersetzt keine Traumaausbildung, keine lokale Schockraum-SOP und keine individuelle diagnostische oder therapeutische Entscheidung.

