Ultraschallgel ist ein wasserbasiertes Kontaktmedium und kann bei falscher Auswahl oder Handhabung zur Kontaminationsquelle werden. Für eine Untersuchung auf gesunder intakter Haut kann geeignetes unsteriles Gel verwendet werden. Für Punktionen, andere perkutane Verfahren, nicht intakte Haut, frische Operationsstellen und nach AIUM-Empfehlung für Neugeborene wird steriles Einmalgel eingesetzt.
Besonders wichtig ist die Produktkennzeichnung: Begriffe wie „bakteriostatisch“, „konserviert“ oder „antimikrobiell“ bedeuten nicht automatisch, dass das Gel steril ist. Für einen sterilen Einsatz muss das Produkt ausdrücklich als steril gekennzeichnet und in einer intakten Einmalverpackung bereitgestellt sein.
Diese Seite erklärt, wann steriles und wann unsteriles Gel geeignet ist, wie Mehrdosisgebinde sicher gehandhabt werden, welche Anforderungen für Sondenhüllen und Gelwärmer gelten und wie Kontaminationen, Rückrufe und Prozessfehler organisatorisch beherrscht werden.
Inhalt
- 1. Wann steriles Ultraschallgel verwenden?
- 2. Steriles, unsteriles und bakteriostatisches Gel
- 3. Intakte Haut
- 4. Nicht intakte Haut und Operationsstellen
- 5. Punktionen und perkutane Verfahren
- 6. Gel vor einer Punktion
- 7. Neonatologie und Pädiatrie
- 8. Endokavitäre Anwendungen
- 9. Gel innerhalb von Sondenhüllen
- 10. Mehrdosisflaschen
- 11. Einmalpackungen
- 12. Gelwärmer
- 13. Lagerung und Verfallsdaten
- 14. Kontaminationsrisiken
- 15. Ausbrüche und Sicherheitswarnungen
- 16. Gel von Haut und Sonde entfernen
- 17. Material- und Sondenverträglichkeit
- 18. Ultraschallgel beschaffen
- 19. Gel im Hygieneplan
- 20. Schnellcheck
- 21. Häufige Fragen
Wann ist steriles Ultraschallgel erforderlich?
| Anwendung | Gelwahl | Begründung |
|---|---|---|
| äußerer Ultraschall auf gesunder intakter Haut | geeignetes unsteriles Gel möglich | kein Zugang zu sterilem Gewebe |
| Punktion, Biopsie, Drainage oder Katheteranlage | steriles Einmalgel | Haut oder Gewebe wird durchdrungen |
| Vorbereitung oder Markierung unmittelbar vor perkutanem Verfahren | steriles Einmalgel | Gelreste können die Punktionsstelle oder Nadel kontaminieren |
| nicht intakte Haut | steriles Einmalgel | reduzierte natürliche Barriere |
| frische Operationsstelle oder unmittelbare Nähe | steriles Einmalgel | erhöhtes Infektionsrisiko |
| Neugeborene | steriles Einmalgel nach AIUM-Empfehlung | besonders vulnerable Patientengruppe |
| endokavitäre Untersuchung auf intakter Schleimhaut | steriles oder nach lokalem Konzept geeignetes Gel erwägen | Schleimhautkontakt und Sondenhülle |
| Isolation oder relevantes Kreuzkontaminationsrisiko | Einmalpackung, je nach Anwendung steril oder unsteril | Mehrdosisgebinde nicht zwischen Patienten verschleppen |
Sicherheitsregel: Bei allen perkutanen Verfahren ausschließlich ein ausdrücklich als steril gekennzeichnetes Einmalprodukt verwenden. „Bakteriostatisch“ oder „mit Konservierungsmittel“ ist ohne Sterilkennzeichnung klinisch als unsteril zu behandeln.
Steriles, unsteriles und bakteriostatisches Ultraschallgel

Steriles Gel
Steriles Ultraschallgel wird in einer sterilisierten, versiegelten Einmalverpackung geliefert. Die Sterilität gilt nur bis zum Öffnen und nur bei intakter Verpackung, gültigem Verfallsdatum und aseptischer Anwendung.
Unsteriles Gel
Unsteriles Gel ist für äußere nicht invasive Anwendungen auf intakter Haut vorgesehen, sofern der lokale Hygieneplan keine strengere Regel festlegt.
Bakteriostatisches Gel
Bakteriostatisch bedeutet, dass das Produkt das Wachstum bestimmter Mikroorganismen hemmen soll. Es ist dadurch nicht steril und nicht automatisch für Punktionen, Wunden oder sterile Körperbereiche geeignet.
Konservierungsmittel
Konservierungsstoffe reduzieren das Risiko mikrobiellen Wachstums im Produkt, garantieren aber keine Keimfreiheit. Bestimmte wasserliebende Umweltkeime können auch in konservierten Produkten relevant sein.
Produktetikett lesen
- Sterilitätskennzeichnung,
- Einmal- oder Mehrfachverwendung,
- vorgesehene Anwendung,
- Verfallsdatum und Charge,
- Lagerbedingungen,
- Latex- oder weitere Materialhinweise, soweit relevant.
Keine eigene Umfüllung
Steriles Gel darf nicht aus Großgebinden in kleinere Behälter umgefüllt werden. Eine solche Umfüllung zerstört die nachgewiesene Sterilbarriere und schafft ein nicht validiertes Produkt.
Ultraschallgel auf gesunder intakter Haut
Bei der nicht invasiven Sonographie auf sauberer intakter Haut kann geeignetes unsteriles Gel aus einem hygienisch geführten Mehrdosisbehälter oder einer Einmalpackung verwendet werden.
Typische Anwendungen
- Abdomensonographie,
- Echokardiographie,
- Schilddrüsen- und Halsultraschall,
- Gefäßuntersuchung ohne Punktion,
- MSK-Untersuchung ohne Intervention,
- Lungensonographie auf intakter Haut.
Vor der Anwendung
Haut und Untersuchungsregion werden auf Wunden, Drainagen, frische Operationsstellen, Infektionen und andere Barriereverletzungen geprüft.
Nach der Untersuchung
Gel wird vollständig von Haut, Sonde, Kabel und patientennahen Flächen entfernt. Danach erfolgt die festgelegte Reinigung und Desinfektion der Sonde.
Kontaminierte Haut
Bei infektiösen Hautveränderungen, Ausscheidungen oder ausgeprägter Kontamination sollte eine Einmalpackung und gegebenenfalls eine Sondenhülle eingesetzt werden. Die Risikobewertung bestimmt das weitere Vorgehen.
Mehr Gel ist nicht hygienischer
Eine unnötig große Gelmenge erhöht Verschleppung auf Bett, Kleidung, Kabel, Tastatur und Boden. Es wird nur die für eine sichere Ankopplung erforderliche Menge verwendet.
Nicht intakte Haut und frische Operationsstellen
Bei offenen Wunden, Ulzera, Verbrennungen, Ekzemen mit Barriereverlust, Drainagen und frischen Operationsstellen wird steriles Einmalgel verwendet.
Direkter und naher Kontakt
Die AIUM-Empfehlung umfasst Untersuchungen auf nicht intakter Haut sowie Untersuchungen oder Verfahren in der Nähe frischer Operationsstellen.
Sterile Verpackung
Das Gel wird unmittelbar vor der Anwendung geöffnet und nach dem Patienten entsorgt. Angebrochene Reste werden nicht aufbewahrt.
Sonde und Barriere
Je nach Wunde, Infektionsstatus und Verfahren kann zusätzlich eine passende sterile oder unsterile Einmalhülle erforderlich sein.
Verband und Wundumgebung
Gel darf nicht unter Verbände, in Drainageöffnungen oder auf Wundmaterial gelangen, wenn dies nicht Teil eines festgelegten sterilen Verfahrens ist.
Nach der Untersuchung
Gelreste werden schonend und vollständig entfernt. Wundversorgung, Sondenaufbereitung und Flächenhygiene folgen dem lokalen Prozess.
Punktionen und andere perkutane Verfahren
Für Ultraschall vor oder während einer perkutanen Punktion wird ausschließlich steriles Einmalgel verwendet. Dazu zählen unter anderem Gefäßzugänge, Amniozentese, Parazentese, Thorakozentese, Biopsien, Gelenkpunktionen, Nervenblockaden und operative Verfahren.
CDC-Sicherheitswarnung 2025
Die CDC warnte 2025 ausdrücklich vor unsterilem Ultraschallgel bei perkutanen Verfahren, nachdem genetisch verwandte Umweltkeime in Patientenproben und nicht sterilen Gelprodukten gefunden worden waren.
Deutsche KRINKO-Empfehlung
Wenn Schallleitungsmedium direkt an der Punktionsstelle erforderlich ist, nennt die KRINKO-Empfehlung alkoholisches Hautdesinfektionsmittel oder spezielles steriles Ultraschallgel.
Sterile Sondenhülle
Berührt die Sonde die Punktionsstelle oder kann sie mit der Nadel in Kontakt kommen, wird sie mit einem sterilen Überzug versehen. Bei Katheteranlagen muss die sterile Ummantelung je nach Verfahren auch das Zuleitungskabel umfassen.
Gel nicht außerhalb der sterilen Zone verschleppen
Die Spitze der geöffneten Gelpackung darf weder unsterile Handschuhe noch Gerät, Patientenumgebung oder Sondenaußenseite berühren.
Einmal bedeutet einmal
Eine sterile Gelpackung wird für einen Patienten und einen zusammengehörigen Eingriff verwendet und anschließend entsorgt.
Keine Ausnahme für „nur kurz markieren“: Auch die vorbereitende sonografische Darstellung vor einer perkutanen Punktion kann Gelreste auf der späteren Einstichstelle hinterlassen. Dafür wird steriles Einmalgel verwendet.
Ultraschallgel bei der Vorbereitung einer Punktion
Das Risiko entsteht nicht erst beim sichtbaren Nadelvorschub. Wird unsteriles Gel zur Orientierung, Gefäßsuche oder Markierung auf die spätere Punktionsstelle aufgetragen, kann es die nachfolgende Hautantisepsis beeinträchtigen oder Mikroorganismen in den Stichkanal einbringen.
Vorbereitung zählt zum Verfahren
Die CDC-Empfehlung schließt Ultraschall in Vorbereitung auf ein perkutanes Verfahren ausdrücklich ein. Deshalb wird bereits für die vorbereitende Darstellung steriles Einmalgel verwendet.
Gel vollständig entfernen
Wurde in einer ungeplanten Situation zuvor unsteriles Gel verwendet, müssen alle Gelreste vollständig von der Haut entfernt werden. Danach erfolgt die vorgesehene Hautantisepsis mit vollständiger Einwirk- und Trocknungszeit.
Keine Hautantiseptik über Gelresten
Hautdesinfektionsmittel wird nicht einfach über eine sichtbare Gelschicht aufgetragen. Gel kann die Benetzung und Wirkung an der Hautoberfläche beeinflussen.
Markierung
Eine Hautmarkierung muss so erfolgen, dass das Markiermittel, die Gelreste und die spätere sterile Abdeckung den Punktionsprozess nicht kontaminieren.
Gefäßzugänge
Die Regel gilt auch für periphere und zentrale Gefäßzugänge. Die Bezeichnung „kleine Punktion“ ändert die Notwendigkeit eines sterilen Gelprodukts nicht.
Probengewinnung
Bei Punktionen mit anschließender mikrobiologischer Probe kann kontaminiertes Gel nicht nur Infektionen verursachen, sondern auch Proben verunreinigen und unnötige Diagnostik oder Antibiotikatherapie auslösen.
Neonatologie und Pädiatrie
AIUM empfiehlt sterile Einmalgelpackungen für alle Ultraschalluntersuchungen bei Neugeborenen. Kleine Patienten haben eine empfindliche Hautbarriere, werden häufig invasiv versorgt und können gegenüber wasserbasierten kontaminierten Produkten besonders vulnerabel sein.
Neugeborene
- steriles Einmalgel verwenden,
- Packung unmittelbar vor der Anwendung öffnen,
- nur die notwendige Menge auftragen,
- Reste vollständig und hautschonend entfernen,
- angebrochene Packung nach der Untersuchung entsorgen.
Frühgeborene
Bei unreifer Haut, Inkubatorversorgung, Kathetern und frischen Punktionsstellen ist ein besonders strenger Berührungs- und Gelworkflow erforderlich.
Pädiatrie außerhalb der Neonatalperiode
Für ältere Kinder richtet sich die Gelwahl nach Hautzustand, Anwendung und lokalem Hygieneplan. Nicht intakte Haut und invasive Verfahren erfordern weiterhin steriles Einmalgel.
Temperatur
Ein warmes Gel kann den Komfort verbessern, darf aber nur mit einem kontrollierten trockenen Gelwärmer erwärmt werden. Temperatur und Verweildauer müssen für die Patientengruppe geeignet sein.
Kleine Einmalportionen
Kleine Packungsgrößen vermeiden unnötige Reste und reduzieren das Risiko, angebrochene sterile Produkte versehentlich weiterzuverwenden.
Ultraschallgel bei endokavitären Untersuchungen
Bei transvaginalen, transrektalen, transösophagealen und anderen internen Untersuchungen befindet sich Gel typischerweise innerhalb einer Einmalhülle und gegebenenfalls zusätzlich an der Außenseite. Auswahl und Handhabung müssen zur Schleimhautanwendung und zum validierten Sondenprozess passen.
AIUM-Empfehlung
AIUM empfiehlt, steriles oder bakteriostatisches Gel für endokavitäre Untersuchungen auf intakter Schleimhaut in Betracht zu ziehen. Bakteriostatisches Gel bleibt dabei ein unsteriles Produkt, sofern es nicht ausdrücklich als steril gekennzeichnet ist.
Deutsche Risikobewertung
Die Einrichtung legt Gel, Hülle und Sondenaufbereitung anhand ihrer Risikobewertung, Herstellerangaben und des validierten Prozesses fest.
Gel innerhalb der Hülle
Eine kleine Menge sorgt für die akustische Kopplung zwischen Sondenfläche und Hülle. Luftblasen und Falten verschlechtern das Nahfeld und können zu unnötigem Druck führen.
Gel außerhalb der Hülle
Für die Schleimhautkopplung wird nur ein für die Anwendung geeignetes Produkt verwendet. Die Packungsspitze darf die Schleimhaut oder kontaminierte Hülle nicht berühren.
Kontaminationsarme Entfernung
Nach der Untersuchung wird die Hülle so entfernt, dass Gel, Sekret und Schleimhautkontakt nicht auf Griff, Kabel oder reine Arbeitsflächen übertragen werden.
Hülle ersetzt Aufbereitung nicht
Die endokavitäre Sonde wird nach jeder Anwendung unabhängig vom Zustand der Hülle vollständig nach ihrem validierten Prozess aufbereitet.
Vertiefung: Endokavitäre Ultraschallsonden und Sondenaufbereitung.
Gel innerhalb von Sondenhüllen
Gel innerhalb einer Hülle stellt den akustischen Kontakt zwischen Schallkopf und Barriere her. Es darf die Sterilität, Materialfestigkeit und Bildqualität der Hülle nicht beeinträchtigen.
Verfahrensgerechte Sterilität
Bei sterilen Eingriffen werden sterile Hülle und steriles Gel verwendet. Bei endokavitären Untersuchungen folgt die Gelwahl dem lokal festgelegten Prozess.
Menge
Zu wenig Gel erzeugt Luftartefakte; zu viel Gel erschwert das faltenfreie Aufziehen und erhöht das Verschüttungsrisiko.
Luftblasen vermeiden
Luft zwischen Sonde und Hülle reflektiert den Schall und kann einen Teil des Bildfelds ausblenden. Die Hülle wird langsam und ohne unnötigen Druck über die Gelmenge geführt.
Fixierung
Bänder oder Halterungen dürfen die Hülle nicht einschneiden und die Sonde nicht beschädigen. Bei Punktionen darf die Fixierung nicht in den Nadelweg geraten.
Latex und Material
Bei möglicher Latexallergie müssen latexfreie Alternativen verfügbar sein. Gel, Hülle und Sondenoberfläche benötigen gegenseitige Materialverträglichkeit.
Integritätskontrolle
Eine erkennbare Perforation führt zum Abbruch beziehungsweise Wechsel nach dem festgelegten aseptischen Verfahren. Auch ohne sichtbaren Defekt wird die Sonde danach aufbereitet.
Mehrdosisflaschen hygienisch verwenden
Mehrdosisgebinde sind für geeignete nicht invasive Untersuchungen auf intakter Haut möglich. Sie sind jedoch häufig berührte Gegenstände und benötigen klare Regeln.
- Flasche mit intakter, sauberer Spitze bereitstellen.
- Gel ohne Kontakt zum Patienten, zur Sonde oder zu Handschuhen ausgeben.
- Spitze nicht über kontaminierte Flächen führen.
- Behälter nach Gebrauch schließen.
- Flasche aufrecht in einer reinigbaren Halterung lagern.
- Leere Flasche entsorgen und nicht nachfüllen.
- Bei Kontaminationsverdacht, Beschädigung oder Rückruf sofort sperren.
Nicht nachfüllen
Das Nachfüllen einer gebrauchten Flasche kann Biofilm, Restkeime und neue Chargen vermischen. Die ursprüngliche Produkt- und Chargenzuordnung geht verloren.
Spitze nicht abwischen und weiter
Hat die Dosierspitze Patient, Sonde oder kontaminierte Hand berührt, wird der Behälter nicht lediglich äußerlich abgewischt und weiterverwendet.
Kontakt- oder Tröpfchenisolierung
AIUM empfiehlt, nach Nutzung bei Patienten unter Kontakt- oder Tröpfchenschutz den Mehrdosisbehälter zu entsorgen oder von vornherein eine Einmalpackung zu verwenden.
Halterung
Gelhalter sind Hochkontaktflächen. Sie werden nach Hygieneplan gereinigt und desinfiziert und dürfen keine Gelreste ansammeln.
Patientenbezogene Flasche
In besonderen Bereichen kann ein patientenbezogenes Gebinde sinnvoll sein. Kennzeichnung, Aufbewahrung, Verfallsregel und Entsorgung müssen eindeutig sein.
Einmalpackungen richtig verwenden
Einmalpackungen reduzieren die Kreuzkontamination zwischen Patienten und ermöglichen bei steriler Ausführung den Einsatz an Wunden, Neugeborenen und bei perkutanen Verfahren.
Steril oder unsteril
Auch Einmalpackungen können unsteril sein. Die Packungsgröße sagt nichts über den Sterilitätsstatus aus.
Vor dem Öffnen prüfen
- korrekte Produktart,
- intakte Naht und Verpackung,
- lesbare Charge und Verfallsdatum,
- keine Verfärbung, Leckage oder Aufblähung,
- richtige Lagerbedingungen.
Öffnen
Sterile Packungen werden so geöffnet, dass die Auslassöffnung und das Gel nicht durch Hände oder Umgebung kontaminiert werden.
Reste entsorgen
Die Packung wird nach der Untersuchung beziehungsweise dem zusammengehörigen Eingriff entsorgt. Sie wird nicht verschlossen, beschriftet und später weiterverwendet.
Passende Packungsgröße
Zu große Packungen erhöhen Abfall, verleiten aber auch zum Aufbewahren. Die Größe sollte den typischen Anwendungen entsprechen.
Gelwärmer sicher und hygienisch betreiben
AIUM empfiehlt ausschließlich trockene Wärme zur Erwärmung von Ultraschallgel. Wasserbäder und andere feuchte improvisierte Verfahren sind ungeeignet.
Trockener Gelwärmer
Das Gerät muss für die verwendeten Flaschen oder Packungen vorgesehen sein und nach Herstellerangaben betrieben werden.
Reinigung und Desinfektion
Innenraum, Halterung, Deckel und Bedienelemente werden regelmäßig und bei sichtbarer Kontamination nach freigegebenem Verfahren bearbeitet.
Temperaturkontrolle
Die Temperatur muss Komfort ermöglichen, ohne Produkt, Verpackung oder Patient zu gefährden. Besonders bei Neugeborenen und sensibler Haut ist eine kontrollierte Anwendung wichtig.
Bestandsrotation
Gebinde werden nach dem First-Expire-First-Out-Prinzip verwendet. Dauerhafte Erwärmung darf die vom Hersteller festgelegte Lagerung und Haltbarkeit nicht überschreiten.
Keine sterile Aufwertung
Erwärmung macht unsteriles Gel nicht steril und ersetzt keine geeignete Produktwahl.
Rückruf
Bei einem Rückruf müssen alle betroffenen Gebinde einschließlich der Produkte im Gelwärmer anhand von Charge und Produktbezeichnung auffindbar sein.
Lagerung, Verfallsdatum und Bestandsführung
Ultraschallgel wird entsprechend Herstellerangaben trocken, sauber, geschützt und innerhalb des angegebenen Temperaturbereichs gelagert.
Sterile Packungen
Die Verpackung darf nicht gequetscht, durchstochen, durchnässt oder übermäßig erwärmt werden. Beschädigte Packungen gelten nicht mehr als sterile Barriere.
Mehrdosisgebinde
Flaschen werden aufrecht, verschlossen und getrennt von kontaminierten Materialien gelagert.
Verfallsdatum
Abgelaufene Produkte werden nicht verwendet. Ein eigenes internes Öffnungsdatum ersetzt nicht das Herstellerdatum, kann aber zusätzlich für den betrieblichen Wechselplan erforderlich sein.
Chargenrückverfolgung
Produktname, Hersteller, Charge und Verfallsdatum müssen bei sterilen und risikorelevanten Anwendungen nachvollziehbar sein.
Lagerorte
Gel wird nicht lose in Taschen, auf dem Gerätewagenboden oder direkt neben unreinen Sonden gelagert.
Transport
Für mobile Untersuchungen werden sterile und unsterile Produkte getrennt, sauber und vor Verpackungsschäden geschützt transportiert.
Wie Ultraschallgel kontaminiert werden kann
Kontamination kann bereits bei der Herstellung entstehen oder erst im klinischen Betrieb durch Hände, Dosierspitze, Sonde, Patientenumgebung, Nachfüllen oder unsachgemäße Lagerung.
| Kontaminationsweg | Beispiel | Prävention |
|---|---|---|
| intrinsisch | Mikroorganismen gelangen bei Herstellung oder Abfüllung in das Produkt | zugelassenes Produkt, Chargenkontrolle und Rückrufmanagement |
| Dosierspitze | Spitze berührt Haut, Sonde oder Handschuh | kontaktfreie Ausgabe und Entsorgung bei Berührung |
| Nachfüllen | gebrauchte Flasche wird aus Großgebinde aufgefüllt | niemals nachfüllen |
| Mehrfachverwendung | angebrochene Einmalpackung wird erneut genutzt | nach Patient beziehungsweise Eingriff entsorgen |
| Gelwärmer | ausgelaufenes Gel oder verunreinigte Halterung | regelmäßige Reinigung und Bestandskontrolle |
| Transport | offene oder beschädigte Packung in unreiner Tasche | sauberer geschützter Transport |
| Handkontakt | Flasche wird mit kontaminierten Handschuhen bedient | Handschuh- und Bedienworkflow festlegen |
Wasserbasierte Produkte
Ultraschallgel ist ein wasserhaltiges Produkt. Bestimmte Umweltbakterien können in wasserbasierten Medizinprodukten überleben und teilweise gegenüber Konservierungsmitteln widerstandsfähig sein.
Kein sichtbarer Hinweis nötig
Kontaminiertes Gel kann klar, geruchlos und äußerlich unverändert erscheinen. Sicht- oder Geruchsprüfung ersetzt keine korrekte Produktwahl und kein Rückrufsystem.
Offene Flasche
Eine offene Flasche ist nicht automatisch kontaminiert, benötigt aber einen kontrollierten, kontaktfreien Umgang. Eine berührte Dosierspitze macht die weitere Verwendung unsicher.
Patienten- und Probenkontamination
Mikroorganismen können echte Infektionen verursachen oder Proben verunreinigen. Falsch positive Kulturen können unnötige Antibiotikatherapie, zusätzliche Diagnostik und verlängerte Behandlung auslösen.
Ausbrüche, Rückrufe und aktuelle Sicherheitswarnungen
Kontaminiertes unsteriles Mehrfachgel wurde wiederholt mit Ausbrüchen und Pseudoausbrüchen in Verbindung gebracht. Das Risiko ist besonders hoch, wenn das Gel vor oder während perkutaner Verfahren eingesetzt wird.
Burkholderia-Ausbruch 2021
Ein von CDC untersuchter Ausbruch umfasste 119 Infektionen in zehn US-Bundesstaaten. Kontaminiertes unsteriles Mehrfachgel wurde wahrscheinlich bei ultraschallgeführten perkutanen Verfahren in sterile Körperbereiche eingebracht.
Paraburkholderia-Warnung 2025
Im Mai 2025 veröffentlichte CDC erneut eine Sicherheitswarnung, nachdem Paraburkholderia fungorum in nicht sterilen Gelprodukten und genetisch verwandten Patientenisolaten nachgewiesen worden war.
Konsequenz
CDC fordert für die Vorbereitung und Durchführung perkutaner Verfahren ausschließlich sterile, einzeln verpackte Gelprodukte.
Rückrufmanagement
- Produktname, Hersteller und Charge identifizieren,
- betroffene Gebinde sofort sperren,
- Bestände in Gelwärmern, Wagen, Taschen und Behandlungsräumen erfassen,
- Hersteller- und Behördenanweisung befolgen,
- Entsorgung oder Rücksendung dokumentieren,
- mögliche Patientenkontakte risikobasiert bewerten,
- Ersatzprodukt und Anwenderinformation organisieren.
Meldung
Qualitätsprobleme, unerwartete Kontaminationen und mögliche produktbezogene Ereignisse werden nach dem betrieblichen Meldeweg an Hersteller und zuständige Stellen weitergegeben.
Lehre aus den Ausbrüchen: Unsteriles Gel ist nicht nur dann riskant, wenn ein Rückruf bekannt ist. Bei perkutanen Verfahren ist bereits die mögliche Anwesenheit von Mikroorganismen ein vermeidbares Risiko.
Gel vollständig von Haut, Sonde und Umgebung entfernen
Nach der Untersuchung werden Gelreste vollständig entfernt. Das verbessert Patientenkomfort, Hautantisepsis, Sondenaufbereitung und Flächenhygiene.
Von intakter Haut
Gel wird mit einem sauberen geeigneten Material entfernt, ohne unnötiges Reiben oder Verschleppen auf Kleidung und Bett.
Vor Hautantisepsis
Vor einer Punktion müssen alle Gelreste vollständig entfernt sein, bevor das vorgesehene Hautantiseptikum aufgetragen wird.
Von Wunden und sensibler Haut
Das Vorgehen muss atraumatisch und mit der Wundversorgung abgestimmt sein. Ungeeignete Tücher oder starkes Reiben können die Hautbarriere zusätzlich schädigen.
Von der Sonde
Gel wird als erster Schritt der Vorreinigung entfernt. Eingetrocknete Schichten erschweren die Reinigung und können Fugen oder Halterungen verkleben.
Von Kabel und Gerät
Gelreste an Kabeln, Haltern, Tastatur, Touchscreen, Liege und Wagen werden nach dem jeweiligen Flächen- und Herstellerprozess entfernt.
Nicht in Anschlüsse drücken
Bei der Reinigung dürfen Gel und Flüssigkeit nicht in Stecker, Lüftungsschlitze, Bedienelemente oder Ladeanschlüsse gelangen.
Material- und Sondenverträglichkeit
Ultraschallgel muss mit akustischer Linse, Gehäuse, Klebestellen, Kabel, Sondenhülle und gegebenenfalls Punktionszubehör kompatibel sein.
Herstellerangabe
Für Standardgel ist die Verträglichkeit häufig gegeben, aber Spezialgele, Desinfektionsgele, Lotionen oder Ersatzprodukte dürfen nicht ohne Freigabe verwendet werden.
Kein beliebiges Gleitmittel
Kosmetische Gele, medizinische Gleitgele oder selbst hergestellte Mischungen besitzen nicht automatisch die erforderlichen akustischen, hygienischen und materialtechnischen Eigenschaften.
Alkoholisches Hautantiseptikum als Koppelmedium
Die KRINKO-Empfehlung nennt bei Punktionen unter bestimmten Bedingungen alkoholisches Hautdesinfektionsmittel als mögliches Schallleitungsmedium. Dabei müssen Produkt-, Sonden- und Verfahrenskompatibilität sowie vollständige Hautantisepsis gewährleistet sein.
Hüllenverträglichkeit
Öle, Lotionen oder bestimmte Chemikalien können Hüllenmaterial schwächen. Die Kombination aus Gel, Hülle und Sonde muss vorgesehen sein.
Materialschäden erkennen
- Verfärbung oder Aufquellen der akustischen Fläche,
- klebrige oder raue Oberfläche,
- gelöste Klebestellen,
- Risse und Ablösungen,
- Kabelverhärtung oder Korrosion.
Verdächtige Sonde sperren
Eine beschädigte Sonde wird nicht durch eine Hülle weiterverwendet, sondern gekennzeichnet und technisch bewertet.
Vertiefung: Defekte Ultraschallsonden und Schäden prüfen.
Ultraschallgel beschaffen und vergleichen
Die Beschaffung muss klinische Anwendung, Hygiene, Logistik, Sondenverträglichkeit und Rückverfolgbarkeit gemeinsam berücksichtigen.
| Kriterium | Prüffrage |
|---|---|
| Sterilitätsstatus | Ist das Produkt ausdrücklich als steril beziehungsweise unsteril gekennzeichnet? |
| Packungsform | Einmalportion, sterile Einzelpackung oder Mehrdosisflasche? |
| Anwendung | Für intakte Haut, Schleimhaut, Wunde, Neonatologie oder Intervention geeignet? |
| Packungsgröße | Passt die Menge zum typischen Verbrauch ohne Resteverwendung? |
| Viskosität | Bleibt das Gel an der Zielregion und lässt es sich gut entfernen? |
| Akustische Qualität | Entstehen keine störenden Luftblasen oder Signalverluste? |
| Materialverträglichkeit | Ist die Nutzung mit Sonden und Hüllen bestätigt? |
| Lagerung | Sind Temperatur, Platz und Gelwärmer kompatibel? |
| Charge und Barcode | Ist eine schnelle Rückruf- und Bestandskontrolle möglich? |
| Lieferfähigkeit | Sind sterile Einmalprodukte auch bei Spitzenlast verfügbar? |
| Kosten | Werden Produktpreis, Abfall, Lagerung und Prozessrisiko gemeinsam betrachtet? |
Getrennte Sortimente
Steriles und unsteriles Gel werden optisch und räumlich eindeutig getrennt gelagert. Verwechslungsähnliche Verpackungen sollten vermieden oder besonders gekennzeichnet werden.
Packungsgröße nach Verfahren
Kleine sterile Packungen eignen sich für kurze Punktionen; größere Packungen können für umfangreiche sterile Untersuchungen erforderlich sein. Angebrochene Reste bleiben Einmalabfall.
Pilotprüfung
Vor einer Umstellung werden Ankopplung, Blasenbildung, Hautverträglichkeit, Hüllenhandhabung, Entfernung und Gelwärmer praktisch getestet.
Rückrufprozess
Die Einrichtung muss innerhalb kurzer Zeit ermitteln können, welche Produktchargen an welchen Standorten vorhanden sind.
Lieferengpass
Für sterile Gelprodukte wird ein freigegebener Ersatzplan vorbereitet. Ein Lieferengpass rechtfertigt nicht den Einsatz unsterilen Gels bei perkutanen Verfahren.
Keine private Beschaffung
Produkte werden über den kontrollierten Beschaffungsweg mit dokumentiertem Hersteller, Kennzeichnung und Lagerbedingungen bezogen.
Ultraschallgel im Hygieneplan
Der Hygieneplan muss für jede typische Anwendung eindeutig festlegen, welches Gel, welches Gebinde und welche Entsorgungsregel gelten.
Produktmatrix
| Anwendungsgruppe | Gelprodukt | Zusätzliche Regel |
|---|---|---|
| intakte Haut | freigegebenes unsteriles Gel | Mehrdosis- oder Einmalgebinde nach Bereichsregel |
| nicht intakte Haut | steriles Einmalgel | gegebenenfalls Sondenhülle und Wundprozess |
| perkutane Punktion | steriles Einmalgel | sterile Hülle und aseptischer Bedienweg |
| Neugeborene | steriles Einmalgel | kleine Packung und Temperaturkontrolle |
| endokavitär | festgelegtes geeignetes Gel | Hülle plus validierte Sondenaufbereitung |
| Kontakt- oder Tröpfchenschutz | Einmalpackung bevorzugt | Mehrdosisflasche nicht weitergeben |
Verantwortlichkeiten
- Einkauf prüft Produktkennzeichnung und Lieferfähigkeit,
- Hygiene legt Anwendungsregeln fest,
- Anwender wählen das richtige Produkt,
- Logistik kontrolliert Lagerung, Charge und Verfall,
- Reinigungspersonal bearbeitet Gelwärmer und Halter,
- Qualitätsmanagement organisiert Rückruf und Abweichungen.
Arbeitsplatzkennzeichnung
Am Gelwärmer, Gerätewagen und Lagerort wird sichtbar angegeben, welche Produkte für welche Anwendungen vorgesehen sind.
Schulung
Schulungen behandeln nicht nur „steril oder unsteril“, sondern auch Dosierspitzenkontakt, Nachfüllverbot, Gelentfernung, Packungsreste und Rückrufe.
Auditfragen
- Werden Mehrdosisflaschen nachgefüllt?
- Berühren Dosierspitzen Sonde oder Patient?
- Wird bei Punktionen schon zur Vorbereitung steriles Gel verwendet?
- Werden sterile Reste verworfen?
- Ist der Gelwärmer sauber und chargenmäßig nachvollziehbar?
- Sind sterile und unsterile Produkte eindeutig getrennt?
Schnellcheck für Ultraschallgel
Produktwahl
- Anwendung und Hautzustand geprüft
- für Punktion steriles Einmalgel ausgewählt
- für nicht intakte Haut steriles Einmalgel ausgewählt
- für Neugeborene steriles Einmalgel bereitgestellt
- endokavitäre Gelregel festgelegt
- Sterilitätskennzeichnung tatsächlich gelesen
Vor der Anwendung
- Verpackung intakt
- Verfallsdatum gültig
- Charge lesbar
- Gel ohne Verfärbung oder Leckage
- passende Sondenhülle vorhanden
- Gelwärmer und Halter sauber
Während der Anwendung
- Dosierspitze berührt weder Patient noch Sonde
- nur notwendige Menge verwendet
- sterile Packung aseptisch geführt
- Gel nicht außerhalb der vorgesehenen Zone verschleppt
- Hülle bleibt intakt
Nach der Anwendung
- Gel vollständig von Haut und Sonde entfernt
- Einmalpackung entsorgt
- Mehrdosisflasche verschlossen und aufrecht gelagert
- kontaminierte Flasche gesperrt beziehungsweise entsorgt
- Sonde und Gerät nach Plan aufbereitet
Organisation
- Mehrdosisflaschen werden niemals nachgefüllt
- sterile und unsterile Produkte sind getrennt
- Rückruf- und Chargenprozess vorhanden
- Gelwärmer wird regelmäßig gereinigt
- Lieferengpassplan für steriles Gel vorhanden
- Personal ist geschult
Häufige Fragen zu Ultraschallgel und Hygiene
Wann braucht man steriles Ultraschallgel?
Bei Punktionen und anderen perkutanen Verfahren, auf nicht intakter Haut, nahe frischen Operationsstellen und nach AIUM-Empfehlung bei Neugeborenen.
Braucht man schon vor einer Punktion steriles Gel?
Ja. Auch die vorbereitende sonografische Darstellung oder Markierung vor einem perkutanen Verfahren erfolgt mit sterilem Einmalgel.
Ist bakteriostatisches Gel steril?
Nein. Ohne ausdrückliche Sterilkennzeichnung gilt es klinisch als unsteril.
Ist Gel mit Konservierungsmitteln steril?
Nein. Konservierungsmittel garantieren keine Sterilität und verhindern nicht jede mögliche Kontamination.
Kann unsteriles Gel für einen peripheren Venenzugang verwendet werden?
Nein. CDC empfiehlt für die Vorbereitung und Durchführung aller perkutanen Verfahren ausschließlich steriles Einmalgel.
Kann man unsteriles Gel verwenden und danach die Haut desinfizieren?
Bei geplanten perkutanen Verfahren sollte von Beginn an steriles Gel verwendet werden. Wurde unsteriles Gel versehentlich eingesetzt, müssen alle Gelreste vollständig entfernt und die vorgesehene Hautantisepsis korrekt durchgeführt werden.
Kann Hautdesinfektionsmittel als Schallleitungsmedium dienen?
Die KRINKO-Empfehlung nennt bei direktem Bedarf an der Punktionsstelle alkoholisches Hautdesinfektionsmittel oder spezielles steriles Ultraschallgel. Produkt- und Sondenverträglichkeit müssen gewährleistet sein.
Welches Gel wird auf einer offenen Wunde verwendet?
Steriles Einmalgel, abgestimmt auf Wundversorgung, Sonde und gegebenenfalls sterile Barriere.
Welches Gel wird bei Neugeborenen verwendet?
AIUM empfiehlt steriles Einmalgel für alle Ultraschalluntersuchungen bei Neugeborenen.
Welches Gel wird bei Kindern verwendet?
Außerhalb der Neonatalperiode richtet sich die Wahl nach Hautzustand und Verfahren. Für Punktionen und nicht intakte Haut bleibt steriles Einmalgel erforderlich.
Welches Gel wird bei vaginalem Ultraschall verwendet?
Die Einrichtung legt ein geeignetes steriles oder nach ihrem validierten Konzept ausgewähltes Gel fest. Sondenhülle und vollständige Aufbereitung bleiben erforderlich.
Ersetzt steriles Gel eine sterile Sondenhülle?
Nein. Gel und Hülle erfüllen unterschiedliche Aufgaben und werden entsprechend dem Verfahren gemeinsam eingesetzt.
Kann dieselbe sterile Gelpackung für zwei Patienten verwendet werden?
Nein. Sterile Einmalpackungen werden patienten- beziehungsweise eingriffsbezogen verwendet und danach entsorgt.
Darf man eine angebrochene sterile Packung später weiterverwenden?
Nein. Nach dem Öffnen ist die ursprüngliche sterile Barriere beendet.
Darf man Mehrdosisflaschen nachfüllen?
Nein. Leere Flaschen werden entsorgt und durch neue Originalgebinde ersetzt.
Was tun, wenn die Flaschenspitze die Sonde berührt?
Der Behälter gilt als kontaminiert und wird nach dem festgelegten Abweichungsprozess entsorgt beziehungsweise gesperrt.
Muss eine Gel-Flasche bei Kontaktisolierung entsorgt werden?
AIUM empfiehlt, den Mehrdosisbehälter nach der Nutzung bei Kontakt- oder Tröpfchenschutz zu entsorgen oder von vornherein eine Einmalpackung zu verwenden.
Darf Ultraschallgel im Wasserbad erwärmt werden?
Nein. AIUM empfiehlt ausschließlich trockene Wärme in einem dafür vorgesehenen Gelwärmer.
Macht Erwärmen das Gel steril?
Nein. Ein Gelwärmer dient dem Komfort und ist kein Sterilisationsverfahren.
Wie oft muss ein Gelwärmer gereinigt werden?
Regelmäßig nach Hersteller- und Hygieneplan sowie sofort bei sichtbarer Kontamination oder ausgelaufenem Gel.
Kann Ultraschallgel Infektionen verursachen?
Ja. Kontaminiertes Gel wurde mit Ausbrüchen invasiver Infektionen und verunreinigten Patientenproben in Verbindung gebracht.
Sieht man kontaminiertes Gel?
Nicht zuverlässig. Es kann klar und unauffällig aussehen.
Was tun bei einem Gelrückruf?
Betroffene Chargen sofort sperren, alle Lagerorte und Gelwärmer kontrollieren, Herstelleranweisung befolgen und mögliche Anwendungen risikobasiert bewerten.
Muss Gel nach dem Ultraschall von der Haut entfernt werden?
Ja. Gelreste werden vollständig entfernt, besonders vor einer nachfolgenden Hautantisepsis oder Punktion.
Kann man normales Gleitgel statt Ultraschallgel verwenden?
Nicht ohne ausdrückliche Eignung und Materialfreigabe. Akustische Qualität, Hygiene und Sondenverträglichkeit können abweichen.
Wie lagert man steriles Gel?
In unbeschädigter Originalverpackung, geschützt und innerhalb der vorgeschriebenen Temperatur bis zum Verfallsdatum.
Wie trennt man steriles und unsteriles Gel?
Durch getrennte Lagerorte, eindeutige Beschriftung, unterschiedliche Behälter und eine anwendungsbezogene Produktmatrix.
Welche Rolle spielt die Charge?
Sie ermöglicht die Rückverfolgung bei Rückrufen, Qualitätsproblemen und möglichen Expositionen.
Muss Gel in den Hygieneplan?
Ja. Produktwahl, Gebinde, Punktionen, Neonatologie, Gelwärmer, Lagerung, Entsorgung und Rückrufprozess müssen festgelegt sein.
Ultraschallgel als Medizinproduktprozess behandeln
Ultraschallgel wirkt unscheinbar, verbindet aber Patient, Sonde, Hände und Umgebung. Die richtige Produktwahl verhindert, dass ein nicht steriles wasserbasiertes Produkt an eine Wunde oder in einen Punktionsweg gelangt.
Für perkutane Verfahren, nicht intakte Haut, frische Operationsstellen und Neugeborene wird steriles Einmalgel eingesetzt. Mehrdosisgebinde werden niemals nachgefüllt, berühren weder Patient noch Sonde und sind in ein kontrolliertes Chargen- und Rückrufsystem eingebunden.
Weiterführende Themen
- Hygiene im Ultraschall
- Aufbereitung von Ultraschallsonden
- Endokavitäre Ultraschallsonden aufbereiten
- Sterile ultraschallgeführte Interventionen
- Ultraschallgerät reinigen und desinfizieren
- Dokumentation und Validierung
- Defekte und Schäden an Ultraschallsonden
Quellen und fachlicher Stand
Stand der redaktionellen Prüfung: August 2026. Maßgeblich sind die Kennzeichnung des konkreten Gelprodukts, aktuelle Herstellerangaben, der Hygieneplan der Einrichtung und das jeweilige sterile beziehungsweise aseptische Verfahren.
- AIUM: Safe Handling and Use of Ultrasound Coupling Gel, 2025 Revision
- CDC: Use Only Sterile Ultrasound Gel for Percutaneous Procedures, 2025
- CDC MMWR: Burkholderia Outbreak Associated with Contaminated Nonsterile Ultrasound Gel
- KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen
- RKI: Aufbereitung von Medizinprodukten
- FDA: Recall of Contaminated Ultrasound Gel
- Gesetze im Internet: § 8 MPBetreibV – Aufbereitung

