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Ultraschallgel hygienisch verwenden

Ultraschallgel ist ein wasserbasiertes Kontaktmedium und kann bei falscher Auswahl oder Handhabung zur Kontaminationsquelle werden. Für eine Untersuchung auf gesunder intakter Haut kann geeignetes unsteriles Gel verwendet werden. Für Punktionen, andere perkutane Verfahren, nicht intakte Haut, frische Operationsstellen und nach AIUM-Empfehlung für Neugeborene wird steriles Einmalgel eingesetzt.

Besonders wichtig ist die Produktkennzeichnung: Begriffe wie „bakteriostatisch“, „konserviert“ oder „antimikrobiell“ bedeuten nicht automatisch, dass das Gel steril ist. Für einen sterilen Einsatz muss das Produkt ausdrücklich als steril gekennzeichnet und in einer intakten Einmalverpackung bereitgestellt sein.

Diese Seite erklärt, wann steriles und wann unsteriles Gel geeignet ist, wie Mehrdosisgebinde sicher gehandhabt werden, welche Anforderungen für Sondenhüllen und Gelwärmer gelten und wie Kontaminationen, Rückrufe und Prozessfehler organisatorisch beherrscht werden.

Inhalt

Wann ist steriles Ultraschallgel erforderlich?

AnwendungGelwahlBegründung
äußerer Ultraschall auf gesunder intakter Hautgeeignetes unsteriles Gel möglichkein Zugang zu sterilem Gewebe
Punktion, Biopsie, Drainage oder Katheteranlagesteriles EinmalgelHaut oder Gewebe wird durchdrungen
Vorbereitung oder Markierung unmittelbar vor perkutanem Verfahrensteriles EinmalgelGelreste können die Punktionsstelle oder Nadel kontaminieren
nicht intakte Hautsteriles Einmalgelreduzierte natürliche Barriere
frische Operationsstelle oder unmittelbare Nähesteriles Einmalgelerhöhtes Infektionsrisiko
Neugeborenesteriles Einmalgel nach AIUM-Empfehlungbesonders vulnerable Patientengruppe
endokavitäre Untersuchung auf intakter Schleimhautsteriles oder nach lokalem Konzept geeignetes Gel erwägenSchleimhautkontakt und Sondenhülle
Isolation oder relevantes KreuzkontaminationsrisikoEinmalpackung, je nach Anwendung steril oder unsterilMehrdosisgebinde nicht zwischen Patienten verschleppen

Sicherheitsregel: Bei allen perkutanen Verfahren ausschließlich ein ausdrücklich als steril gekennzeichnetes Einmalprodukt verwenden. „Bakteriostatisch“ oder „mit Konservierungsmittel“ ist ohne Sterilkennzeichnung klinisch als unsteril zu behandeln.

Steriles, unsteriles und bakteriostatisches Ultraschallgel

Ultraschallgel in einer Einwegverpackung und einer geschlossenen Mehrwegflasche.
Verpackung und Handhabung müssen zur vorgesehenen Anwendung passen; „bakteriostatisch“ bedeutet nicht automatisch steril.

Steriles Gel

Steriles Ultraschallgel wird in einer sterilisierten, versiegelten Einmalverpackung geliefert. Die Sterilität gilt nur bis zum Öffnen und nur bei intakter Verpackung, gültigem Verfallsdatum und aseptischer Anwendung.

Unsteriles Gel

Unsteriles Gel ist für äußere nicht invasive Anwendungen auf intakter Haut vorgesehen, sofern der lokale Hygieneplan keine strengere Regel festlegt.

Bakteriostatisches Gel

Bakteriostatisch bedeutet, dass das Produkt das Wachstum bestimmter Mikroorganismen hemmen soll. Es ist dadurch nicht steril und nicht automatisch für Punktionen, Wunden oder sterile Körperbereiche geeignet.

Konservierungsmittel

Konservierungsstoffe reduzieren das Risiko mikrobiellen Wachstums im Produkt, garantieren aber keine Keimfreiheit. Bestimmte wasserliebende Umweltkeime können auch in konservierten Produkten relevant sein.

Produktetikett lesen

  • Sterilitätskennzeichnung,
  • Einmal- oder Mehrfachverwendung,
  • vorgesehene Anwendung,
  • Verfallsdatum und Charge,
  • Lagerbedingungen,
  • Latex- oder weitere Materialhinweise, soweit relevant.

Keine eigene Umfüllung

Steriles Gel darf nicht aus Großgebinden in kleinere Behälter umgefüllt werden. Eine solche Umfüllung zerstört die nachgewiesene Sterilbarriere und schafft ein nicht validiertes Produkt.

Ultraschallgel auf gesunder intakter Haut

Bei der nicht invasiven Sonographie auf sauberer intakter Haut kann geeignetes unsteriles Gel aus einem hygienisch geführten Mehrdosisbehälter oder einer Einmalpackung verwendet werden.

Typische Anwendungen

  • Abdomensonographie,
  • Echokardiographie,
  • Schilddrüsen- und Halsultraschall,
  • Gefäßuntersuchung ohne Punktion,
  • MSK-Untersuchung ohne Intervention,
  • Lungensonographie auf intakter Haut.

Vor der Anwendung

Haut und Untersuchungsregion werden auf Wunden, Drainagen, frische Operationsstellen, Infektionen und andere Barriereverletzungen geprüft.

Nach der Untersuchung

Gel wird vollständig von Haut, Sonde, Kabel und patientennahen Flächen entfernt. Danach erfolgt die festgelegte Reinigung und Desinfektion der Sonde.

Kontaminierte Haut

Bei infektiösen Hautveränderungen, Ausscheidungen oder ausgeprägter Kontamination sollte eine Einmalpackung und gegebenenfalls eine Sondenhülle eingesetzt werden. Die Risikobewertung bestimmt das weitere Vorgehen.

Mehr Gel ist nicht hygienischer

Eine unnötig große Gelmenge erhöht Verschleppung auf Bett, Kleidung, Kabel, Tastatur und Boden. Es wird nur die für eine sichere Ankopplung erforderliche Menge verwendet.

Nicht intakte Haut und frische Operationsstellen

Bei offenen Wunden, Ulzera, Verbrennungen, Ekzemen mit Barriereverlust, Drainagen und frischen Operationsstellen wird steriles Einmalgel verwendet.

Direkter und naher Kontakt

Die AIUM-Empfehlung umfasst Untersuchungen auf nicht intakter Haut sowie Untersuchungen oder Verfahren in der Nähe frischer Operationsstellen.

Sterile Verpackung

Das Gel wird unmittelbar vor der Anwendung geöffnet und nach dem Patienten entsorgt. Angebrochene Reste werden nicht aufbewahrt.

Sonde und Barriere

Je nach Wunde, Infektionsstatus und Verfahren kann zusätzlich eine passende sterile oder unsterile Einmalhülle erforderlich sein.

Verband und Wundumgebung

Gel darf nicht unter Verbände, in Drainageöffnungen oder auf Wundmaterial gelangen, wenn dies nicht Teil eines festgelegten sterilen Verfahrens ist.

Nach der Untersuchung

Gelreste werden schonend und vollständig entfernt. Wundversorgung, Sondenaufbereitung und Flächenhygiene folgen dem lokalen Prozess.

Punktionen und andere perkutane Verfahren

Für Ultraschall vor oder während einer perkutanen Punktion wird ausschließlich steriles Einmalgel verwendet. Dazu zählen unter anderem Gefäßzugänge, Amniozentese, Parazentese, Thorakozentese, Biopsien, Gelenkpunktionen, Nervenblockaden und operative Verfahren.

CDC-Sicherheitswarnung 2025

Die CDC warnte 2025 ausdrücklich vor unsterilem Ultraschallgel bei perkutanen Verfahren, nachdem genetisch verwandte Umweltkeime in Patientenproben und nicht sterilen Gelprodukten gefunden worden waren.

Deutsche KRINKO-Empfehlung

Wenn Schallleitungsmedium direkt an der Punktionsstelle erforderlich ist, nennt die KRINKO-Empfehlung alkoholisches Hautdesinfektionsmittel oder spezielles steriles Ultraschallgel.

Sterile Sondenhülle

Berührt die Sonde die Punktionsstelle oder kann sie mit der Nadel in Kontakt kommen, wird sie mit einem sterilen Überzug versehen. Bei Katheteranlagen muss die sterile Ummantelung je nach Verfahren auch das Zuleitungskabel umfassen.

Gel nicht außerhalb der sterilen Zone verschleppen

Die Spitze der geöffneten Gelpackung darf weder unsterile Handschuhe noch Gerät, Patientenumgebung oder Sondenaußenseite berühren.

Einmal bedeutet einmal

Eine sterile Gelpackung wird für einen Patienten und einen zusammengehörigen Eingriff verwendet und anschließend entsorgt.

Keine Ausnahme für „nur kurz markieren“: Auch die vorbereitende sonografische Darstellung vor einer perkutanen Punktion kann Gelreste auf der späteren Einstichstelle hinterlassen. Dafür wird steriles Einmalgel verwendet.

Ultraschallgel bei der Vorbereitung einer Punktion

Das Risiko entsteht nicht erst beim sichtbaren Nadelvorschub. Wird unsteriles Gel zur Orientierung, Gefäßsuche oder Markierung auf die spätere Punktionsstelle aufgetragen, kann es die nachfolgende Hautantisepsis beeinträchtigen oder Mikroorganismen in den Stichkanal einbringen.

Vorbereitung zählt zum Verfahren

Die CDC-Empfehlung schließt Ultraschall in Vorbereitung auf ein perkutanes Verfahren ausdrücklich ein. Deshalb wird bereits für die vorbereitende Darstellung steriles Einmalgel verwendet.

Gel vollständig entfernen

Wurde in einer ungeplanten Situation zuvor unsteriles Gel verwendet, müssen alle Gelreste vollständig von der Haut entfernt werden. Danach erfolgt die vorgesehene Hautantisepsis mit vollständiger Einwirk- und Trocknungszeit.

Keine Hautantiseptik über Gelresten

Hautdesinfektionsmittel wird nicht einfach über eine sichtbare Gelschicht aufgetragen. Gel kann die Benetzung und Wirkung an der Hautoberfläche beeinflussen.

Markierung

Eine Hautmarkierung muss so erfolgen, dass das Markiermittel, die Gelreste und die spätere sterile Abdeckung den Punktionsprozess nicht kontaminieren.

Gefäßzugänge

Die Regel gilt auch für periphere und zentrale Gefäßzugänge. Die Bezeichnung „kleine Punktion“ ändert die Notwendigkeit eines sterilen Gelprodukts nicht.

Probengewinnung

Bei Punktionen mit anschließender mikrobiologischer Probe kann kontaminiertes Gel nicht nur Infektionen verursachen, sondern auch Proben verunreinigen und unnötige Diagnostik oder Antibiotikatherapie auslösen.

Neonatologie und Pädiatrie

AIUM empfiehlt sterile Einmalgelpackungen für alle Ultraschalluntersuchungen bei Neugeborenen. Kleine Patienten haben eine empfindliche Hautbarriere, werden häufig invasiv versorgt und können gegenüber wasserbasierten kontaminierten Produkten besonders vulnerabel sein.

Neugeborene

  • steriles Einmalgel verwenden,
  • Packung unmittelbar vor der Anwendung öffnen,
  • nur die notwendige Menge auftragen,
  • Reste vollständig und hautschonend entfernen,
  • angebrochene Packung nach der Untersuchung entsorgen.

Frühgeborene

Bei unreifer Haut, Inkubatorversorgung, Kathetern und frischen Punktionsstellen ist ein besonders strenger Berührungs- und Gelworkflow erforderlich.

Pädiatrie außerhalb der Neonatalperiode

Für ältere Kinder richtet sich die Gelwahl nach Hautzustand, Anwendung und lokalem Hygieneplan. Nicht intakte Haut und invasive Verfahren erfordern weiterhin steriles Einmalgel.

Temperatur

Ein warmes Gel kann den Komfort verbessern, darf aber nur mit einem kontrollierten trockenen Gelwärmer erwärmt werden. Temperatur und Verweildauer müssen für die Patientengruppe geeignet sein.

Kleine Einmalportionen

Kleine Packungsgrößen vermeiden unnötige Reste und reduzieren das Risiko, angebrochene sterile Produkte versehentlich weiterzuverwenden.

Ultraschallgel bei endokavitären Untersuchungen

Bei transvaginalen, transrektalen, transösophagealen und anderen internen Untersuchungen befindet sich Gel typischerweise innerhalb einer Einmalhülle und gegebenenfalls zusätzlich an der Außenseite. Auswahl und Handhabung müssen zur Schleimhautanwendung und zum validierten Sondenprozess passen.

AIUM-Empfehlung

AIUM empfiehlt, steriles oder bakteriostatisches Gel für endokavitäre Untersuchungen auf intakter Schleimhaut in Betracht zu ziehen. Bakteriostatisches Gel bleibt dabei ein unsteriles Produkt, sofern es nicht ausdrücklich als steril gekennzeichnet ist.

Deutsche Risikobewertung

Die Einrichtung legt Gel, Hülle und Sondenaufbereitung anhand ihrer Risikobewertung, Herstellerangaben und des validierten Prozesses fest.

Gel innerhalb der Hülle

Eine kleine Menge sorgt für die akustische Kopplung zwischen Sondenfläche und Hülle. Luftblasen und Falten verschlechtern das Nahfeld und können zu unnötigem Druck führen.

Gel außerhalb der Hülle

Für die Schleimhautkopplung wird nur ein für die Anwendung geeignetes Produkt verwendet. Die Packungsspitze darf die Schleimhaut oder kontaminierte Hülle nicht berühren.

Kontaminationsarme Entfernung

Nach der Untersuchung wird die Hülle so entfernt, dass Gel, Sekret und Schleimhautkontakt nicht auf Griff, Kabel oder reine Arbeitsflächen übertragen werden.

Hülle ersetzt Aufbereitung nicht

Die endokavitäre Sonde wird nach jeder Anwendung unabhängig vom Zustand der Hülle vollständig nach ihrem validierten Prozess aufbereitet.

Vertiefung: Endokavitäre Ultraschallsonden und Sondenaufbereitung.

Gel innerhalb von Sondenhüllen

Gel innerhalb einer Hülle stellt den akustischen Kontakt zwischen Schallkopf und Barriere her. Es darf die Sterilität, Materialfestigkeit und Bildqualität der Hülle nicht beeinträchtigen.

Verfahrensgerechte Sterilität

Bei sterilen Eingriffen werden sterile Hülle und steriles Gel verwendet. Bei endokavitären Untersuchungen folgt die Gelwahl dem lokal festgelegten Prozess.

Menge

Zu wenig Gel erzeugt Luftartefakte; zu viel Gel erschwert das faltenfreie Aufziehen und erhöht das Verschüttungsrisiko.

Luftblasen vermeiden

Luft zwischen Sonde und Hülle reflektiert den Schall und kann einen Teil des Bildfelds ausblenden. Die Hülle wird langsam und ohne unnötigen Druck über die Gelmenge geführt.

Fixierung

Bänder oder Halterungen dürfen die Hülle nicht einschneiden und die Sonde nicht beschädigen. Bei Punktionen darf die Fixierung nicht in den Nadelweg geraten.

Latex und Material

Bei möglicher Latexallergie müssen latexfreie Alternativen verfügbar sein. Gel, Hülle und Sondenoberfläche benötigen gegenseitige Materialverträglichkeit.

Integritätskontrolle

Eine erkennbare Perforation führt zum Abbruch beziehungsweise Wechsel nach dem festgelegten aseptischen Verfahren. Auch ohne sichtbaren Defekt wird die Sonde danach aufbereitet.

Mehrdosisflaschen hygienisch verwenden

Mehrdosisgebinde sind für geeignete nicht invasive Untersuchungen auf intakter Haut möglich. Sie sind jedoch häufig berührte Gegenstände und benötigen klare Regeln.

  1. Flasche mit intakter, sauberer Spitze bereitstellen.
  2. Gel ohne Kontakt zum Patienten, zur Sonde oder zu Handschuhen ausgeben.
  3. Spitze nicht über kontaminierte Flächen führen.
  4. Behälter nach Gebrauch schließen.
  5. Flasche aufrecht in einer reinigbaren Halterung lagern.
  6. Leere Flasche entsorgen und nicht nachfüllen.
  7. Bei Kontaminationsverdacht, Beschädigung oder Rückruf sofort sperren.

Nicht nachfüllen

Das Nachfüllen einer gebrauchten Flasche kann Biofilm, Restkeime und neue Chargen vermischen. Die ursprüngliche Produkt- und Chargenzuordnung geht verloren.

Spitze nicht abwischen und weiter

Hat die Dosierspitze Patient, Sonde oder kontaminierte Hand berührt, wird der Behälter nicht lediglich äußerlich abgewischt und weiterverwendet.

Kontakt- oder Tröpfchenisolierung

AIUM empfiehlt, nach Nutzung bei Patienten unter Kontakt- oder Tröpfchenschutz den Mehrdosisbehälter zu entsorgen oder von vornherein eine Einmalpackung zu verwenden.

Halterung

Gelhalter sind Hochkontaktflächen. Sie werden nach Hygieneplan gereinigt und desinfiziert und dürfen keine Gelreste ansammeln.

Patientenbezogene Flasche

In besonderen Bereichen kann ein patientenbezogenes Gebinde sinnvoll sein. Kennzeichnung, Aufbewahrung, Verfallsregel und Entsorgung müssen eindeutig sein.

Einmalpackungen richtig verwenden

Einmalpackungen reduzieren die Kreuzkontamination zwischen Patienten und ermöglichen bei steriler Ausführung den Einsatz an Wunden, Neugeborenen und bei perkutanen Verfahren.

Steril oder unsteril

Auch Einmalpackungen können unsteril sein. Die Packungsgröße sagt nichts über den Sterilitätsstatus aus.

Vor dem Öffnen prüfen

  • korrekte Produktart,
  • intakte Naht und Verpackung,
  • lesbare Charge und Verfallsdatum,
  • keine Verfärbung, Leckage oder Aufblähung,
  • richtige Lagerbedingungen.

Öffnen

Sterile Packungen werden so geöffnet, dass die Auslassöffnung und das Gel nicht durch Hände oder Umgebung kontaminiert werden.

Reste entsorgen

Die Packung wird nach der Untersuchung beziehungsweise dem zusammengehörigen Eingriff entsorgt. Sie wird nicht verschlossen, beschriftet und später weiterverwendet.

Passende Packungsgröße

Zu große Packungen erhöhen Abfall, verleiten aber auch zum Aufbewahren. Die Größe sollte den typischen Anwendungen entsprechen.

Gelwärmer sicher und hygienisch betreiben

AIUM empfiehlt ausschließlich trockene Wärme zur Erwärmung von Ultraschallgel. Wasserbäder und andere feuchte improvisierte Verfahren sind ungeeignet.

Trockener Gelwärmer

Das Gerät muss für die verwendeten Flaschen oder Packungen vorgesehen sein und nach Herstellerangaben betrieben werden.

Reinigung und Desinfektion

Innenraum, Halterung, Deckel und Bedienelemente werden regelmäßig und bei sichtbarer Kontamination nach freigegebenem Verfahren bearbeitet.

Temperaturkontrolle

Die Temperatur muss Komfort ermöglichen, ohne Produkt, Verpackung oder Patient zu gefährden. Besonders bei Neugeborenen und sensibler Haut ist eine kontrollierte Anwendung wichtig.

Bestandsrotation

Gebinde werden nach dem First-Expire-First-Out-Prinzip verwendet. Dauerhafte Erwärmung darf die vom Hersteller festgelegte Lagerung und Haltbarkeit nicht überschreiten.

Keine sterile Aufwertung

Erwärmung macht unsteriles Gel nicht steril und ersetzt keine geeignete Produktwahl.

Rückruf

Bei einem Rückruf müssen alle betroffenen Gebinde einschließlich der Produkte im Gelwärmer anhand von Charge und Produktbezeichnung auffindbar sein.

Lagerung, Verfallsdatum und Bestandsführung

Ultraschallgel wird entsprechend Herstellerangaben trocken, sauber, geschützt und innerhalb des angegebenen Temperaturbereichs gelagert.

Sterile Packungen

Die Verpackung darf nicht gequetscht, durchstochen, durchnässt oder übermäßig erwärmt werden. Beschädigte Packungen gelten nicht mehr als sterile Barriere.

Mehrdosisgebinde

Flaschen werden aufrecht, verschlossen und getrennt von kontaminierten Materialien gelagert.

Verfallsdatum

Abgelaufene Produkte werden nicht verwendet. Ein eigenes internes Öffnungsdatum ersetzt nicht das Herstellerdatum, kann aber zusätzlich für den betrieblichen Wechselplan erforderlich sein.

Chargenrückverfolgung

Produktname, Hersteller, Charge und Verfallsdatum müssen bei sterilen und risikorelevanten Anwendungen nachvollziehbar sein.

Lagerorte

Gel wird nicht lose in Taschen, auf dem Gerätewagenboden oder direkt neben unreinen Sonden gelagert.

Transport

Für mobile Untersuchungen werden sterile und unsterile Produkte getrennt, sauber und vor Verpackungsschäden geschützt transportiert.

Wie Ultraschallgel kontaminiert werden kann

Kontamination kann bereits bei der Herstellung entstehen oder erst im klinischen Betrieb durch Hände, Dosierspitze, Sonde, Patientenumgebung, Nachfüllen oder unsachgemäße Lagerung.

KontaminationswegBeispielPrävention
intrinsischMikroorganismen gelangen bei Herstellung oder Abfüllung in das Produktzugelassenes Produkt, Chargenkontrolle und Rückrufmanagement
DosierspitzeSpitze berührt Haut, Sonde oder Handschuhkontaktfreie Ausgabe und Entsorgung bei Berührung
Nachfüllengebrauchte Flasche wird aus Großgebinde aufgefülltniemals nachfüllen
Mehrfachverwendungangebrochene Einmalpackung wird erneut genutztnach Patient beziehungsweise Eingriff entsorgen
Gelwärmerausgelaufenes Gel oder verunreinigte Halterungregelmäßige Reinigung und Bestandskontrolle
Transportoffene oder beschädigte Packung in unreiner Taschesauberer geschützter Transport
HandkontaktFlasche wird mit kontaminierten Handschuhen bedientHandschuh- und Bedienworkflow festlegen

Wasserbasierte Produkte

Ultraschallgel ist ein wasserhaltiges Produkt. Bestimmte Umweltbakterien können in wasserbasierten Medizinprodukten überleben und teilweise gegenüber Konservierungsmitteln widerstandsfähig sein.

Kein sichtbarer Hinweis nötig

Kontaminiertes Gel kann klar, geruchlos und äußerlich unverändert erscheinen. Sicht- oder Geruchsprüfung ersetzt keine korrekte Produktwahl und kein Rückrufsystem.

Offene Flasche

Eine offene Flasche ist nicht automatisch kontaminiert, benötigt aber einen kontrollierten, kontaktfreien Umgang. Eine berührte Dosierspitze macht die weitere Verwendung unsicher.

Patienten- und Probenkontamination

Mikroorganismen können echte Infektionen verursachen oder Proben verunreinigen. Falsch positive Kulturen können unnötige Antibiotikatherapie, zusätzliche Diagnostik und verlängerte Behandlung auslösen.

Ausbrüche, Rückrufe und aktuelle Sicherheitswarnungen

Kontaminiertes unsteriles Mehrfachgel wurde wiederholt mit Ausbrüchen und Pseudoausbrüchen in Verbindung gebracht. Das Risiko ist besonders hoch, wenn das Gel vor oder während perkutaner Verfahren eingesetzt wird.

Burkholderia-Ausbruch 2021

Ein von CDC untersuchter Ausbruch umfasste 119 Infektionen in zehn US-Bundesstaaten. Kontaminiertes unsteriles Mehrfachgel wurde wahrscheinlich bei ultraschallgeführten perkutanen Verfahren in sterile Körperbereiche eingebracht.

Paraburkholderia-Warnung 2025

Im Mai 2025 veröffentlichte CDC erneut eine Sicherheitswarnung, nachdem Paraburkholderia fungorum in nicht sterilen Gelprodukten und genetisch verwandten Patientenisolaten nachgewiesen worden war.

Konsequenz

CDC fordert für die Vorbereitung und Durchführung perkutaner Verfahren ausschließlich sterile, einzeln verpackte Gelprodukte.

Rückrufmanagement

  1. Produktname, Hersteller und Charge identifizieren,
  2. betroffene Gebinde sofort sperren,
  3. Bestände in Gelwärmern, Wagen, Taschen und Behandlungsräumen erfassen,
  4. Hersteller- und Behördenanweisung befolgen,
  5. Entsorgung oder Rücksendung dokumentieren,
  6. mögliche Patientenkontakte risikobasiert bewerten,
  7. Ersatzprodukt und Anwenderinformation organisieren.

Meldung

Qualitätsprobleme, unerwartete Kontaminationen und mögliche produktbezogene Ereignisse werden nach dem betrieblichen Meldeweg an Hersteller und zuständige Stellen weitergegeben.

Lehre aus den Ausbrüchen: Unsteriles Gel ist nicht nur dann riskant, wenn ein Rückruf bekannt ist. Bei perkutanen Verfahren ist bereits die mögliche Anwesenheit von Mikroorganismen ein vermeidbares Risiko.

Gel vollständig von Haut, Sonde und Umgebung entfernen

Nach der Untersuchung werden Gelreste vollständig entfernt. Das verbessert Patientenkomfort, Hautantisepsis, Sondenaufbereitung und Flächenhygiene.

Von intakter Haut

Gel wird mit einem sauberen geeigneten Material entfernt, ohne unnötiges Reiben oder Verschleppen auf Kleidung und Bett.

Vor Hautantisepsis

Vor einer Punktion müssen alle Gelreste vollständig entfernt sein, bevor das vorgesehene Hautantiseptikum aufgetragen wird.

Von Wunden und sensibler Haut

Das Vorgehen muss atraumatisch und mit der Wundversorgung abgestimmt sein. Ungeeignete Tücher oder starkes Reiben können die Hautbarriere zusätzlich schädigen.

Von der Sonde

Gel wird als erster Schritt der Vorreinigung entfernt. Eingetrocknete Schichten erschweren die Reinigung und können Fugen oder Halterungen verkleben.

Von Kabel und Gerät

Gelreste an Kabeln, Haltern, Tastatur, Touchscreen, Liege und Wagen werden nach dem jeweiligen Flächen- und Herstellerprozess entfernt.

Nicht in Anschlüsse drücken

Bei der Reinigung dürfen Gel und Flüssigkeit nicht in Stecker, Lüftungsschlitze, Bedienelemente oder Ladeanschlüsse gelangen.

Material- und Sondenverträglichkeit

Ultraschallgel muss mit akustischer Linse, Gehäuse, Klebestellen, Kabel, Sondenhülle und gegebenenfalls Punktionszubehör kompatibel sein.

Herstellerangabe

Für Standardgel ist die Verträglichkeit häufig gegeben, aber Spezialgele, Desinfektionsgele, Lotionen oder Ersatzprodukte dürfen nicht ohne Freigabe verwendet werden.

Kein beliebiges Gleitmittel

Kosmetische Gele, medizinische Gleitgele oder selbst hergestellte Mischungen besitzen nicht automatisch die erforderlichen akustischen, hygienischen und materialtechnischen Eigenschaften.

Alkoholisches Hautantiseptikum als Koppelmedium

Die KRINKO-Empfehlung nennt bei Punktionen unter bestimmten Bedingungen alkoholisches Hautdesinfektionsmittel als mögliches Schallleitungsmedium. Dabei müssen Produkt-, Sonden- und Verfahrenskompatibilität sowie vollständige Hautantisepsis gewährleistet sein.

Hüllenverträglichkeit

Öle, Lotionen oder bestimmte Chemikalien können Hüllenmaterial schwächen. Die Kombination aus Gel, Hülle und Sonde muss vorgesehen sein.

Materialschäden erkennen

  • Verfärbung oder Aufquellen der akustischen Fläche,
  • klebrige oder raue Oberfläche,
  • gelöste Klebestellen,
  • Risse und Ablösungen,
  • Kabelverhärtung oder Korrosion.

Verdächtige Sonde sperren

Eine beschädigte Sonde wird nicht durch eine Hülle weiterverwendet, sondern gekennzeichnet und technisch bewertet.

Vertiefung: Defekte Ultraschallsonden und Schäden prüfen.

Ultraschallgel beschaffen und vergleichen

Die Beschaffung muss klinische Anwendung, Hygiene, Logistik, Sondenverträglichkeit und Rückverfolgbarkeit gemeinsam berücksichtigen.

KriteriumPrüffrage
SterilitätsstatusIst das Produkt ausdrücklich als steril beziehungsweise unsteril gekennzeichnet?
PackungsformEinmalportion, sterile Einzelpackung oder Mehrdosisflasche?
AnwendungFür intakte Haut, Schleimhaut, Wunde, Neonatologie oder Intervention geeignet?
PackungsgrößePasst die Menge zum typischen Verbrauch ohne Resteverwendung?
ViskositätBleibt das Gel an der Zielregion und lässt es sich gut entfernen?
Akustische QualitätEntstehen keine störenden Luftblasen oder Signalverluste?
MaterialverträglichkeitIst die Nutzung mit Sonden und Hüllen bestätigt?
LagerungSind Temperatur, Platz und Gelwärmer kompatibel?
Charge und BarcodeIst eine schnelle Rückruf- und Bestandskontrolle möglich?
LieferfähigkeitSind sterile Einmalprodukte auch bei Spitzenlast verfügbar?
KostenWerden Produktpreis, Abfall, Lagerung und Prozessrisiko gemeinsam betrachtet?

Getrennte Sortimente

Steriles und unsteriles Gel werden optisch und räumlich eindeutig getrennt gelagert. Verwechslungsähnliche Verpackungen sollten vermieden oder besonders gekennzeichnet werden.

Packungsgröße nach Verfahren

Kleine sterile Packungen eignen sich für kurze Punktionen; größere Packungen können für umfangreiche sterile Untersuchungen erforderlich sein. Angebrochene Reste bleiben Einmalabfall.

Pilotprüfung

Vor einer Umstellung werden Ankopplung, Blasenbildung, Hautverträglichkeit, Hüllenhandhabung, Entfernung und Gelwärmer praktisch getestet.

Rückrufprozess

Die Einrichtung muss innerhalb kurzer Zeit ermitteln können, welche Produktchargen an welchen Standorten vorhanden sind.

Lieferengpass

Für sterile Gelprodukte wird ein freigegebener Ersatzplan vorbereitet. Ein Lieferengpass rechtfertigt nicht den Einsatz unsterilen Gels bei perkutanen Verfahren.

Keine private Beschaffung

Produkte werden über den kontrollierten Beschaffungsweg mit dokumentiertem Hersteller, Kennzeichnung und Lagerbedingungen bezogen.

Ultraschallgel im Hygieneplan

Der Hygieneplan muss für jede typische Anwendung eindeutig festlegen, welches Gel, welches Gebinde und welche Entsorgungsregel gelten.

Produktmatrix

AnwendungsgruppeGelproduktZusätzliche Regel
intakte Hautfreigegebenes unsteriles GelMehrdosis- oder Einmalgebinde nach Bereichsregel
nicht intakte Hautsteriles Einmalgelgegebenenfalls Sondenhülle und Wundprozess
perkutane Punktionsteriles Einmalgelsterile Hülle und aseptischer Bedienweg
Neugeborenesteriles Einmalgelkleine Packung und Temperaturkontrolle
endokavitärfestgelegtes geeignetes GelHülle plus validierte Sondenaufbereitung
Kontakt- oder TröpfchenschutzEinmalpackung bevorzugtMehrdosisflasche nicht weitergeben

Verantwortlichkeiten

  • Einkauf prüft Produktkennzeichnung und Lieferfähigkeit,
  • Hygiene legt Anwendungsregeln fest,
  • Anwender wählen das richtige Produkt,
  • Logistik kontrolliert Lagerung, Charge und Verfall,
  • Reinigungspersonal bearbeitet Gelwärmer und Halter,
  • Qualitätsmanagement organisiert Rückruf und Abweichungen.

Arbeitsplatzkennzeichnung

Am Gelwärmer, Gerätewagen und Lagerort wird sichtbar angegeben, welche Produkte für welche Anwendungen vorgesehen sind.

Schulung

Schulungen behandeln nicht nur „steril oder unsteril“, sondern auch Dosierspitzenkontakt, Nachfüllverbot, Gelentfernung, Packungsreste und Rückrufe.

Auditfragen

  • Werden Mehrdosisflaschen nachgefüllt?
  • Berühren Dosierspitzen Sonde oder Patient?
  • Wird bei Punktionen schon zur Vorbereitung steriles Gel verwendet?
  • Werden sterile Reste verworfen?
  • Ist der Gelwärmer sauber und chargenmäßig nachvollziehbar?
  • Sind sterile und unsterile Produkte eindeutig getrennt?

Schnellcheck für Ultraschallgel

Produktwahl

  • Anwendung und Hautzustand geprüft
  • für Punktion steriles Einmalgel ausgewählt
  • für nicht intakte Haut steriles Einmalgel ausgewählt
  • für Neugeborene steriles Einmalgel bereitgestellt
  • endokavitäre Gelregel festgelegt
  • Sterilitätskennzeichnung tatsächlich gelesen

Vor der Anwendung

  • Verpackung intakt
  • Verfallsdatum gültig
  • Charge lesbar
  • Gel ohne Verfärbung oder Leckage
  • passende Sondenhülle vorhanden
  • Gelwärmer und Halter sauber

Während der Anwendung

  • Dosierspitze berührt weder Patient noch Sonde
  • nur notwendige Menge verwendet
  • sterile Packung aseptisch geführt
  • Gel nicht außerhalb der vorgesehenen Zone verschleppt
  • Hülle bleibt intakt

Nach der Anwendung

  • Gel vollständig von Haut und Sonde entfernt
  • Einmalpackung entsorgt
  • Mehrdosisflasche verschlossen und aufrecht gelagert
  • kontaminierte Flasche gesperrt beziehungsweise entsorgt
  • Sonde und Gerät nach Plan aufbereitet

Organisation

  • Mehrdosisflaschen werden niemals nachgefüllt
  • sterile und unsterile Produkte sind getrennt
  • Rückruf- und Chargenprozess vorhanden
  • Gelwärmer wird regelmäßig gereinigt
  • Lieferengpassplan für steriles Gel vorhanden
  • Personal ist geschult

Häufige Fragen zu Ultraschallgel und Hygiene

Wann braucht man steriles Ultraschallgel?

Bei Punktionen und anderen perkutanen Verfahren, auf nicht intakter Haut, nahe frischen Operationsstellen und nach AIUM-Empfehlung bei Neugeborenen.

Braucht man schon vor einer Punktion steriles Gel?

Ja. Auch die vorbereitende sonografische Darstellung oder Markierung vor einem perkutanen Verfahren erfolgt mit sterilem Einmalgel.

Ist bakteriostatisches Gel steril?

Nein. Ohne ausdrückliche Sterilkennzeichnung gilt es klinisch als unsteril.

Ist Gel mit Konservierungsmitteln steril?

Nein. Konservierungsmittel garantieren keine Sterilität und verhindern nicht jede mögliche Kontamination.

Kann unsteriles Gel für einen peripheren Venenzugang verwendet werden?

Nein. CDC empfiehlt für die Vorbereitung und Durchführung aller perkutanen Verfahren ausschließlich steriles Einmalgel.

Kann man unsteriles Gel verwenden und danach die Haut desinfizieren?

Bei geplanten perkutanen Verfahren sollte von Beginn an steriles Gel verwendet werden. Wurde unsteriles Gel versehentlich eingesetzt, müssen alle Gelreste vollständig entfernt und die vorgesehene Hautantisepsis korrekt durchgeführt werden.

Kann Hautdesinfektionsmittel als Schallleitungsmedium dienen?

Die KRINKO-Empfehlung nennt bei direktem Bedarf an der Punktionsstelle alkoholisches Hautdesinfektionsmittel oder spezielles steriles Ultraschallgel. Produkt- und Sondenverträglichkeit müssen gewährleistet sein.

Welches Gel wird auf einer offenen Wunde verwendet?

Steriles Einmalgel, abgestimmt auf Wundversorgung, Sonde und gegebenenfalls sterile Barriere.

Welches Gel wird bei Neugeborenen verwendet?

AIUM empfiehlt steriles Einmalgel für alle Ultraschalluntersuchungen bei Neugeborenen.

Welches Gel wird bei Kindern verwendet?

Außerhalb der Neonatalperiode richtet sich die Wahl nach Hautzustand und Verfahren. Für Punktionen und nicht intakte Haut bleibt steriles Einmalgel erforderlich.

Welches Gel wird bei vaginalem Ultraschall verwendet?

Die Einrichtung legt ein geeignetes steriles oder nach ihrem validierten Konzept ausgewähltes Gel fest. Sondenhülle und vollständige Aufbereitung bleiben erforderlich.

Ersetzt steriles Gel eine sterile Sondenhülle?

Nein. Gel und Hülle erfüllen unterschiedliche Aufgaben und werden entsprechend dem Verfahren gemeinsam eingesetzt.

Kann dieselbe sterile Gelpackung für zwei Patienten verwendet werden?

Nein. Sterile Einmalpackungen werden patienten- beziehungsweise eingriffsbezogen verwendet und danach entsorgt.

Darf man eine angebrochene sterile Packung später weiterverwenden?

Nein. Nach dem Öffnen ist die ursprüngliche sterile Barriere beendet.

Darf man Mehrdosisflaschen nachfüllen?

Nein. Leere Flaschen werden entsorgt und durch neue Originalgebinde ersetzt.

Was tun, wenn die Flaschenspitze die Sonde berührt?

Der Behälter gilt als kontaminiert und wird nach dem festgelegten Abweichungsprozess entsorgt beziehungsweise gesperrt.

Muss eine Gel-Flasche bei Kontaktisolierung entsorgt werden?

AIUM empfiehlt, den Mehrdosisbehälter nach der Nutzung bei Kontakt- oder Tröpfchenschutz zu entsorgen oder von vornherein eine Einmalpackung zu verwenden.

Darf Ultraschallgel im Wasserbad erwärmt werden?

Nein. AIUM empfiehlt ausschließlich trockene Wärme in einem dafür vorgesehenen Gelwärmer.

Macht Erwärmen das Gel steril?

Nein. Ein Gelwärmer dient dem Komfort und ist kein Sterilisationsverfahren.

Wie oft muss ein Gelwärmer gereinigt werden?

Regelmäßig nach Hersteller- und Hygieneplan sowie sofort bei sichtbarer Kontamination oder ausgelaufenem Gel.

Kann Ultraschallgel Infektionen verursachen?

Ja. Kontaminiertes Gel wurde mit Ausbrüchen invasiver Infektionen und verunreinigten Patientenproben in Verbindung gebracht.

Sieht man kontaminiertes Gel?

Nicht zuverlässig. Es kann klar und unauffällig aussehen.

Was tun bei einem Gelrückruf?

Betroffene Chargen sofort sperren, alle Lagerorte und Gelwärmer kontrollieren, Herstelleranweisung befolgen und mögliche Anwendungen risikobasiert bewerten.

Muss Gel nach dem Ultraschall von der Haut entfernt werden?

Ja. Gelreste werden vollständig entfernt, besonders vor einer nachfolgenden Hautantisepsis oder Punktion.

Kann man normales Gleitgel statt Ultraschallgel verwenden?

Nicht ohne ausdrückliche Eignung und Materialfreigabe. Akustische Qualität, Hygiene und Sondenverträglichkeit können abweichen.

Wie lagert man steriles Gel?

In unbeschädigter Originalverpackung, geschützt und innerhalb der vorgeschriebenen Temperatur bis zum Verfallsdatum.

Wie trennt man steriles und unsteriles Gel?

Durch getrennte Lagerorte, eindeutige Beschriftung, unterschiedliche Behälter und eine anwendungsbezogene Produktmatrix.

Welche Rolle spielt die Charge?

Sie ermöglicht die Rückverfolgung bei Rückrufen, Qualitätsproblemen und möglichen Expositionen.

Muss Gel in den Hygieneplan?

Ja. Produktwahl, Gebinde, Punktionen, Neonatologie, Gelwärmer, Lagerung, Entsorgung und Rückrufprozess müssen festgelegt sein.

Ultraschallgel als Medizinproduktprozess behandeln

Ultraschallgel wirkt unscheinbar, verbindet aber Patient, Sonde, Hände und Umgebung. Die richtige Produktwahl verhindert, dass ein nicht steriles wasserbasiertes Produkt an eine Wunde oder in einen Punktionsweg gelangt.

Für perkutane Verfahren, nicht intakte Haut, frische Operationsstellen und Neugeborene wird steriles Einmalgel eingesetzt. Mehrdosisgebinde werden niemals nachgefüllt, berühren weder Patient noch Sonde und sind in ein kontrolliertes Chargen- und Rückrufsystem eingebunden.

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Quellen und fachlicher Stand

Stand der redaktionellen Prüfung: August 2026. Maßgeblich sind die Kennzeichnung des konkreten Gelprodukts, aktuelle Herstellerangaben, der Hygieneplan der Einrichtung und das jeweilige sterile beziehungsweise aseptische Verfahren.