Duplexsonographie kombiniert anatomische Ultraschallbildgebung mit Dopplerinformationen über den Blutfluss. Dadurch lassen sich Gefäßwand, Lumen und Nachbarstrukturen zusammen mit Flussrichtung, Strömungsmuster und – bei Spektraldoppler – messbaren Geschwindigkeiten beurteilen.
Der Begriff Triplex wird in der klinischen und gerätetechnischen Praxis meist verwendet, wenn B-Mode, Farbdoppler und Spektraldoppler gleichzeitig beziehungsweise eng gekoppelt dargestellt werden. Er bezeichnet keinen zusätzlichen physikalischen Dopplereffekt. Die Bezeichnung und konkrete Bildschirmdarstellung können herstellerabhängig sein.
Die DEGUM behandelt in ihrem aktuellen Curriculum für vaskulären Ultraschall B-/M-Mode, Farbdoppler, PW-/CW-Doppler, Frequenzanalyse und winkelkorrigierte Geschwindigkeitsmessung als zusammengehörige Grundlagen. AIUM führt aktuelle Practice Parameters für periphere arterielle und venöse Ultraschalluntersuchungen.
Inhalt
- Was ist Duplexsonographie?
- Was bedeutet Triplex?
- Welche Modi werden kombiniert?
- Farbdoppler
- Spektraldoppler
- Dopplerwinkel und Geschwindigkeitsmessung
- PRF, Alias-Effekt und Wandfilter
- Arterielle Anwendungen
- Venöse Anwendungen
- Organ- und Spezialanwendungen
- Triplex und Bildrate
- Typische Fehler
- Dokumentation
- FAQ
- Quellen
Was ist Duplexsonographie?
Duplexsonographie verbindet Morphologie und Hämodynamik. Ein Gefäß wird zunächst im B-Bild anatomisch lokalisiert und anschließend mit Farb- und/oder Spektraldoppler funktionell beurteilt.
In der Gefäßdiagnostik ist diese Kombination entscheidend, weil beispielsweise eine Stenose nicht nur aus einer einzelnen Geschwindigkeitszahl oder nur aus einem Graustufenbild abgeleitet werden sollte.
Die Doppler-Grundlagen stehen unter Doppler-Sonographie, Farbdoppler vs. Power-Doppler und PW- vs. CW-Doppler.
Was bedeutet Triplexsonographie?
Als Triplex wird häufig die gekoppelte Darstellung aus B-Mode, Farbdoppler und Spektraldoppler bezeichnet. Das B-Bild liefert Anatomie, die Farbbox räumliche Flussinformation und das Spektrum die zeitliche Geschwindigkeitsverteilung an einer definierten Messstelle.
Die Terminologie ist nicht überall streng standardisiert. Entscheidend ist deshalb, welche Bild- und Dopplermodi tatsächlich verwendet werden.
Welche Modi werden kombiniert?
| Modus | Primäre Information | Typische Stärke |
|---|---|---|
| B-Mode | Anatomie und Echostruktur | Gefäßverlauf, Wand, Plaque, Lumen und Nachbarstrukturen |
| Farbdoppler | räumliche Flussinformation relativ zum Schallkopf | Orientierung, Flussrichtung und qualitative Strömungsveränderungen |
| Power-Doppler | Stärke von Dopplersignalen | empfindlich für langsamen Fluss, aber ohne klassische Richtungs-/Geschwindigkeitskodierung |
| PW-Spektraldoppler | Geschwindigkeiten in einem definierten Messvolumen | lokalisierte Spektralanalyse |
| CW-Spektraldoppler | hohe Geschwindigkeiten entlang einer Schalllinie | keine eindeutige Tiefenzuordnung |
Welche Information liefert Farbdoppler?
Farbdoppler überlagert dem B-Bild eine farbkodierte Darstellung der Dopplerinformation. Die Farbe bedeutet nicht automatisch „Arterie“ oder „Vene“. Sie hängt von der eingestellten Farbskala und der Flussrichtung relativ zum Schallkopf ab.
Farbdoppler eignet sich besonders zur schnellen Orientierung und zur Auswahl einer sinnvollen Spektralmessstelle.
Welche Information liefert Spektraldoppler?
Der Spektraldoppler zeigt die Dopplerverschiebungen über die Zeit. Je nach Gefäß und Protokoll werden systolische und diastolische Geschwindigkeiten, Flussrichtung und Kurvenmorphologie beurteilt.
Eine Zahl ohne definierte Messstelle, korrektes Sample Volume und geeignete Winkelkorrektur ist nur eingeschränkt vergleichbar.
Warum ist der Dopplerwinkel wichtig?
Bei der Geschwindigkeitsberechnung geht der Winkel zwischen Schallstrahl und Flussrichtung mathematisch ein. Mit zunehmendem Winkel steigt die Empfindlichkeit gegenüber kleinen Winkelfehlern.
Die DEGUM nennt die winkelkorrigierte Dopplerspektralanalyse und Geschwindigkeitsmessung ausdrücklich als curriculare Grundlage.
PRF, Alias-Effekt und Wandfilter
PRF beziehungsweise Geschwindigkeitsskala, Baseline, Gain und Wandfilter bestimmen wesentlich, welche Flüsse sichtbar werden. Eine zu niedrige PRF kann Aliasing erzeugen; eine zu hohe PRF kann langsamen Fluss praktisch ausblenden.
Die Vertiefung steht unter Spektraldoppler, PRF und Aliasing und Doppler-Einstellungen.
Arterielle Gefäßdiagnostik
Bei Arterien werden B-Bildmorphologie, Farbdoppler und Spektrum kombiniert. Abhängig vom Gefäß können Plaques, lokale Flussbeschleunigung, poststenotische Veränderungen und distale Kurvenformen relevant sein.
Stenosegrade und Geschwindigkeitsgrenzen sind gefäß- und leitlinienspezifisch. Diese Methodenseite nennt deshalb keine universellen Grenzwerte.
Venöse Gefäßdiagnostik
Bei Venen ist die Kompressibilität häufig zentral. Farb- und Spektraldoppler ergänzen je nach Fragestellung Fluss, Atemmodulation und andere hämodynamische Informationen.
Eine fokussierte DVT-Kompressionssonographie ist nicht identisch mit einem vollständigen venösen Duplex.
Duplexsonographie in Organen
Duplexverfahren werden auch an Portalvene, Lebervenen, Nieren- und Mesenterialgefäßen sowie in Schilddrüse, Hoden, Transplantaten und anderen Organen eingesetzt.
Dopplersignal allein beweist weder Entzündung noch Malignität. Die klinische Gefäßanwendung steht unter Gefäßultraschall und Duplexsonographie.
Warum kann Triplex die Bildrate reduzieren?
Wenn B-Bild, Farbdoppler und Spektraldoppler gleichzeitig verarbeitet werden, müssen zusätzliche Sende- und Empfangssequenzen in dieselbe Zeit integriert werden. Je nach Farbbox, Tiefe, PRF und Gerät kann dadurch die Bildrate sinken.
Für schnelle Bewegungen oder schwierige Schallbedingungen kann eine sequenzielle Optimierung einzelner Modi sinnvoller sein.
Typische Fehlinterpretationen
| Fehler | Warum problematisch? | Bessere Einordnung |
|---|---|---|
| rot = Arterie, blau = Vene | Farbe kodiert Richtung relativ zum Schallkopf | Farblegende und Anatomie prüfen |
| kein Farbsignal = kein Fluss | Einstellungen können langsamen Fluss unterdrücken | PRF, Gain und Wandfilter prüfen |
| hohe Geschwindigkeit = automatisch hochgradige Stenose | Messwinkel und lokale Hämodynamik beeinflussen Werte | validierte Gefäßkriterien verwenden |
| Triplex ist ein eigener Dopplertyp | es ist eine kombinierte Darstellung | tatsächlich verwendete Modi benennen |
| Spektrum allein reicht | Messstelle und Morphologie fehlen | B-Bild, Farbe und Spektrum integrieren |
Dokumentation
- Gefäß und Seite,
- B-Bildmorphologie und relevante Lumen-/Wandveränderungen,
- Farbdopplerbefund und technische Einschränkungen,
- Spektralmessstelle und Winkelkorrektur,
- relevante Geschwindigkeiten mit Einheit,
- Kurvenmorphologie,
- nicht beurteilbare Segmente.
FAQ zu Duplex und Triplex
Was ist der Unterschied zwischen Doppler und Duplex?
Doppler beschreibt die Flussmessung; Duplex kombiniert sie mit anatomischer Bildgebung.
Was ist Triplexsonographie?
Meist B-Mode plus Farbdoppler plus Spektraldoppler in einer gekoppelten Darstellung.
Warum braucht man Spektraldoppler zusätzlich zur Farbe?
Farbdoppler lokalisiert Fluss räumlich; Spektraldoppler zeigt die zeitliche Geschwindigkeitsverteilung an einer definierten Messstelle.
Quellen
Die fachlichen Aussagen wurden am 10. August 2026 anhand aktueller beziehungsweise weiterhin maßgeblicher Fachgesellschafts- und Leitlinienquellen geprüft.
- DEGUM: Vaskulärer Ultraschall – B-/M-Mode, Farbdoppler, PW/CW, Frequenzanalyse und winkelkorrigierte Messung
- DEGUM Innere Medizin: Farbkodierte Duplexsonographie im Grundkurs
- AIUM: Peripheral Arterial Practice Parameter, aktuelle Fassung 2025
- AIUM: Peripheral Venous Practice Parameter, aktuelle Fassung 2024
Hinweis: Diese Seite erklärt die Methodik. Gefäßspezifische Stenosekriterien und Therapieentscheidungen richten sich nach der jeweiligen Leitlinie.

