Ultraschallartefakte sind Bildinformationen, die nicht exakt der tatsächlichen Lage, Form, Größe, Helligkeit oder Anzahl anatomischer Strukturen entsprechen. Sie entstehen, weil das Ultraschallsystem für die Bildrekonstruktion vereinfachende Annahmen über Schallweg, Ausbreitungsgeschwindigkeit, Reflexion, Dämpfung und Strahlgeometrie treffen muss.
Artefakte sind nicht grundsätzlich Fehler. Schallschatten hinter Konkrementen, dorsale Schallverstärkung hinter Flüssigkeit, A-Linien und B-Linien in der Lunge oder Anisotropie bei Sehnen können diagnostisch wichtige Hinweise liefern. Entscheidend ist, das zugrunde liegende Prinzip zu verstehen und ein Artefakt von echter Anatomie oder Pathologie zu unterscheiden.
Ein zuverlässiger Prüfweg ist immer ähnlich: Struktur in einer zweiten Ebene darstellen, Sondenwinkel ändern, Frequenz und Fokus prüfen, Gain und TGC kontrollieren, Bildverarbeitung reduzieren und beobachten, ob das Muster der Anatomie folgt oder sich mit dem Schallweg verändert.
Inhalt
- 1. Artefakte schnell einordnen
- 2. Welche Annahmen macht das Ultraschallsystem?
- 3. Artefaktkategorien
- 4. Reverberation
- 5. Comet Tail und Ring-down
- 6. Spiegelbildartefakt
- 7. Schallschatten
- 8. Dorsale Schallverstärkung
- 9. Brechungsartefakte
- 10. Mehrweg- und Positionsartefakte
- 11. Schallgeschwindigkeitsartefakte
- 12. Range Ambiguity
- 13. Side Lobes und Grating Lobes
- 14. Slice-Thickness- und Beam-Width-Artefakt
- 15. Speckle
- 16. Anisotropie
- 17. Partial-Volume-Effekt
- 18. Bewegungsartefakte
- 19. Akustische Sättigung
- 20. Dopplerartefakte
- 21. Aliasing
- 22. Spectral Broadening
- 23. Flash- und Bewegungsartefakte im Farbdoppler
- 24. Twinkling
- 25. Artefakte im Abdomen
- 26. Gallenblase und Konkremente
- 27. Niere und Harnwege
- 28. Schilddrüse
- 29. Gefäße
- 30. MSK, Sehnen und Nerven
- 31. Echokardiographie
- 32. Lunge
- 33. Interventionen
- 34. Artefakte gezielt reduzieren
- 35. Diagnostisch nützliche Artefakte
- 36. Technischer Defekt oder Artefakt?
- 37. Checkliste
- 38. Häufige Fragen
Artefakte in 60 Sekunden einordnen
- Bleibt das Muster an derselben Anatomie? Dann ist echte Struktur wahrscheinlicher.
- Verschiebt es sich mit der Sonde? Dann sind Schallweg, Winkel oder Beamforming als Ursache wahrscheinlicher.
- Verschwindet es bei Winkeländerung? Dann kommen Anisotropie, Brechung oder spiegelnde Reflexion infrage.
- Verändert es sich stark mit Harmonics oder Compound Imaging? Dann ist ein Artefaktmechanismus wahrscheinlich.
- Liegt es hinter einer starken Grenzfläche? An Schatten, Reverberation oder Spiegelartefakt denken.
- Liegt es innerhalb eigentlich anechogener Flüssigkeit? Gain, Side Lobes, Slice Thickness, Speckle und echte Binnenstruktur prüfen.
- Besteht es nur im Doppler? PRF, Gain, Wall Filter, Winkel, Bewegung und Aliasing prüfen.
- Bleibt ein lokaler Streifen unabhängig von Anatomie und Winkel? Sondendefekt oder Kanalproblem erwägen.
Merksatz: Ein Artefakt folgt häufig der Physik des Schallwegs. Pathologie folgt der Anatomie.
Welche Annahmen macht das Ultraschallsystem?
Für ein klassisches B-Bild muss das System aus Laufzeit und Echoamplitude auf Lage und Helligkeit eines Reflektors schließen.
Geradliniger Schallweg
Das System behandelt Echos grundsätzlich so, als seien sie entlang einer geraden Linie vom Schallkopf zum Reflektor und zurück gelaufen.
Bekannte Ausbreitungsgeschwindigkeit
Die Tiefenberechnung verwendet eine angenommene mittlere Schallgeschwindigkeit im Weichteilgewebe. Weicht die reale Geschwindigkeit ab, entstehen Positions- und Formfehler.
Ein Echo gehört zum letzten Puls
Das System ordnet empfangene Signale zeitlich einer bestimmten Aussendung zu. Sehr spät eintreffende Echos können dadurch in einer falschen Tiefe erscheinen.
Echo stammt aus der Hauptkeule
Bei der Bildrekonstruktion wird angenommen, dass ein empfangenes Echo aus der aktuellen Hauptstrahlrichtung stammt. Side- und Grating-Lobes verletzen diese Annahme.
Bildebene ist dünn
Das zweidimensionale Bild wirkt wie eine dünne Ebene, der reale Ultraschallstrahl besitzt jedoch eine endliche Dicke. Dadurch können Echos aus benachbarten Volumenanteilen in die sichtbare Ebene gelangen.
Helligkeit repräsentiert Echoamplitude
Gain, TGC, Dynamikbereich, Sättigung und Processing beeinflussen jedoch, wie stark unterschiedliche Echoamplituden tatsächlich auf dem Bildschirm differenziert werden.
Artefakte nach Ursache ordnen

| Kategorie | Typische Artefakte | Leitfrage |
|---|---|---|
| Mehrfachreflexion | Reverberation, Comet Tail, Ring-down | läuft der Schall mehrfach zwischen Grenzflächen? |
| starke Dämpfung | Schallschatten | kommt hinter der Struktur weniger Signal an? |
| geringe Dämpfung | dorsale Verstärkung | kommt hinter Flüssigkeit relativ mehr Signal an? |
| falscher Schallweg | Mirror, Refraction, Multipath | hat der Schall einen anderen Weg genommen als angenommen? |
| Strahlgeometrie | Side Lobes, Grating Lobes, Slice Thickness | stammt das Echo außerhalb der idealen Hauptkeule/Bildebene? |
| Winkelabhängigkeit | Anisotropie | ändert sich Echogenität mit dem Insonationswinkel? |
| zeitliche Zuordnung | Range Ambiguity | wurde ein Echo dem falschen Puls zugeordnet? |
| Doppler-Sampling | Aliasing, Spectral Broadening | passen PRF, Winkel und Sample Volume zur Flussgeschwindigkeit? |
| Bewegung | Flash, Motion, Persistence | erzeugt Gewebe- oder Sondenbewegung ein falsches Signal? |
Reverberation: wiederholte Mehrfachreflexion
Reverberationsartefakte entstehen, wenn ein Schallpuls zwischen stark reflektierenden Grenzflächen mehrfach hin- und herläuft, bevor Teile der Energie zum Schallkopf zurückkehren.
Typisches Muster
Mehrere helle Linien erscheinen in zunehmender Tiefe. Bei klassischer Reverberation liegen sie häufig in annähernd regelmäßigen Abständen.
Warum das System sie tiefer einzeichnet
Jede zusätzliche Hin- und Rückstrecke benötigt mehr Zeit. Das System interpretiert die längere Laufzeit als größere Tiefe.
Häufige Situationen
- Pleura und Lunge,
- Metall oder Nadel,
- starke Grenzflächen nahe der Haut,
- Luft-Grenzflächen,
- bestimmte Katheter und Fremdkörper.
Reduzieren
Sondenwinkel verändern, Schallfenster wechseln, Gain und Nahfeldverstärkung kontrollieren sowie Fundamental- und Harmonic-Modus vergleichen.
Diagnostisch nutzen
In der Lunge sind wiederholte horizontale A-Linien ein klassisches Reverberationsmuster und werden bewusst in die Interpretation einbezogen.
Comet Tail und Ring-down
Comet-Tail- und Ring-down-Artefakte erscheinen als helle, vertikale oder sich nach distal verjüngende Echostrukturen hinter stark reflektierenden beziehungsweise resonierenden Grenzflächen.
Comet Tail
Ein kurzer, dichter Reverberationsschweif kann entstehen, wenn sehr nahe starke Reflektoren mehrfach miteinander interagieren.
Ring-down
Bei Gasansammlungen oder resonierenden Flüssigkeits-Gas-Grenzflächen kann ein länger anhaltendes Signal entstehen, das als helle vertikale Linie dargestellt wird.
Nicht jeden vertikalen Artefakt gleich benennen
B-Linien der Lungensonographie, kurze Comet-Tail-Artefakte und klassische Ring-down-Signale haben unterschiedliche Kontexte und sollten nicht sprachlich vermischt werden.
Praxis
Tiefe, Gain, Frequenz und Preset beeinflussen die Sichtbarkeit. Ein vertikales Artefakt wird außerdem darauf geprüft, wo es beginnt, ob es bis zum Bildrand reicht und ob es sich mit der Pleura bewegt.
Spiegelbildartefakt
Ein Mirror-Image-Artefakt entsteht, wenn Schall an einer starken, glatten Grenzfläche umgelenkt wird und das System den längeren Reflexionsweg fälschlich als direkte gerade Strecke interpretiert.
Typische Grenzfläche
Das Zwerchfell ist ein klassischer akustischer Spiegel. Strukturen oberhalb des Zwerchfells können dadurch scheinbar spiegelbildlich auf der anderen Seite erscheinen.
Falsche Lage
Die duplizierte Struktur liegt typischerweise tiefer beziehungsweise auf der anderen Seite der reflektierenden Grenzfläche als das Original.
Erkennen
- ähnliche Form und Echotextur wie eine echte Struktur,
- symmetrische Beziehung zu einer starken Grenzfläche,
- Änderung oder Verschwinden bei anderem Schallfenster,
- fehlende Bestätigung in einer zweiten Ebene.
Reduzieren
Schallwinkel und Fenster verändern. Harmonics oder andere Bildmodi können die Ausprägung verändern, ersetzen aber nicht die geometrische Kontrolle.
Diagnostischer Nutzen
Ein Mirror-Artefakt kann in Einzelfällen sogar zusätzliche Hinweise liefern, wenn eine reale Struktur durch ihre Spiegelung auffällt. Es bleibt dennoch ein Artefakt und darf nicht als zweite anatomische Läsion gewertet werden.
Schallschatten
Ein dorsaler Schallschatten entsteht, wenn eine Struktur den Schall stark reflektiert oder absorbiert und dadurch hinter ihr deutlich weniger Schallenergie für die weitere Bildgebung zur Verfügung steht.
Typische Ursachen
- Knochen,
- Konkremente und Verkalkungen,
- Luft,
- stark dämpfende Fremdkörper,
- bestimmte Narben oder stark absorbierende Strukturen.
Sauberer Schatten
Ein stark reflektierendes Konkrement kann einen klar begrenzten dunklen Schatten erzeugen.
Schmutziger Schatten
Gas kann zusätzlich Reverberationen und unregelmäßige Reflexe erzeugen, sodass der Schatten weniger homogen erscheint.
Diagnostisch wichtig
Philips beschreibt Shadowing ausdrücklich als ein Artefakt, das diagnostisch nützlich sein kann. Das gilt beispielsweise bei Steinen oder Verkalkungen.
Nicht mit TGC auffüllen
Starke Fernfeld-TGC verstärkt im Schatten vor allem Rauschen. Fehlendes Signal wird dadurch nicht rekonstruiert.
Compounding beachten
Spatial Compound Imaging kann Schatten abschwächen, weil andere Einfallswinkel den Bereich teilweise mit Information auffüllen.
Vertiefung: Compound Imaging und Speckle Reduction.
Dorsale Schallverstärkung
Dorsale Schallverstärkung entsteht, wenn der Schall durch eine Struktur mit geringerer Dämpfung läuft als durch das umgebende Gewebe.
Typisches Beispiel
Hinter einer flüssigkeitsgefüllten Zyste oder Gallenblase erscheint das Gewebe heller als benachbartes Gewebe derselben Tiefe.
Warum
Der Schall verliert auf dem Weg durch Flüssigkeit relativ wenig Energie. Die dahinterliegenden Echos erreichen den Schallkopf daher stärker als erwartet.
Diagnostisch nützlich
Posterior Enhancement unterstützt zusammen mit Form, Wand und Binnenstruktur die Einordnung flüssigkeitsreicher Strukturen.
Nicht mit TGC verwechseln
TGC wirkt über eine Tiefenzone des gesamten Bildes. Dorsale Verstärkung liegt lokal hinter einer bestimmten Struktur.
Nicht überinterpretieren
Auch bestimmte solide, relativ schalltransparente Strukturen können eine verstärkte Durchschallung zeigen. Das Artefakt allein definiert keine Diagnose.
Brechungsartefakte
Refraction entsteht, wenn der Schallstrahl an einer Grenzfläche zwischen Medien mit unterschiedlicher Schallgeschwindigkeit seine Richtung ändert.
Falsche Position
Das Ultraschallsystem geht von geradliniger Ausbreitung aus und ordnet ein Echo deshalb einer falschen lateralen oder axialen Position zu.
Duplikation
Bestimmte Brechungssituationen können Strukturen doppelt erscheinen lassen.
Randabschattung
An gekrümmten Grenzflächen können durch Strahlablenkung dunkle Randschatten entstehen.
Erkennen
Das Muster verändert sich häufig deutlich mit Sondenwinkel oder Fenster.
Korrektur
Sonde kippen oder verschieben, alternative Ebene wählen und die Struktur aus einer anderen Richtung bestätigen.
Mehrweg- und Positionsartefakte
Beim Multipath-Artefakt nimmt der Schall auf Hin- und Rückweg nicht denselben direkten Pfad.
Längere Laufzeit
Da der reale Weg länger ist, wird das Echo häufig zu tief dargestellt.
Komplexe Grenzflächen
Starke Reflektoren und gekrümmte Grenzflächen können solche Mehrwegpfade begünstigen.
Allgemeine Bildverschlechterung
Die resultierende Fehlpositionierung kann klein sein und eher als unscharfe oder verzerrte Anatomie auffallen als als klar duplizierte Struktur.
Zweite Ebene
Wenn Lage und Form in einer orthogonalen Ebene nicht reproduzierbar sind, wird ein Positionsartefakt erwogen.
Schallgeschwindigkeitsartefakte
Das System berechnet Tiefe aus der Echo-Laufzeit unter Annahme einer mittleren Schallgeschwindigkeit. Läuft der Schall durch Gewebe mit deutlich anderer Geschwindigkeit, wird die Position falsch berechnet.
Zu schnelle Ausbreitung
Ist der Schall tatsächlich schneller als angenommen, kommt das Echo früher zurück und wird zu oberflächlich eingezeichnet.
Zu langsame Ausbreitung
Kommt das Echo später zurück, kann eine Struktur zu tief dargestellt werden.
Formfehler
Wenn nur ein Teil des Schallwegs eine andere Geschwindigkeit besitzt, können Strukturen verzerrt, versetzt oder in ihrer Größe verändert erscheinen.
Knochen
Philips beschreibt Speed-of-Sound-Artefakte beispielsweise bei Schallwegen, die teilweise durch Knochen verlaufen.
Nicht durch Gain korrigierbar
Das Problem betrifft die Positionsberechnung, nicht die reine Helligkeit.
Range Ambiguity
Range Ambiguity entsteht, wenn ein Echo so spät eintrifft, dass bereits der nächste Schallpuls ausgesendet wurde.
Falscher Puls
Das System kann das späte Echo dem zuletzt ausgesendeten Puls zuordnen und dadurch in einer falschen Tiefe darstellen.
PRF-Zusammenhang
Je größer die erforderliche Bildtiefe, desto länger muss zwischen Pulsen gewartet werden, damit tiefe Echos eindeutig zugeordnet werden können.
B-Bild und Doppler
Der Grundgedanke der zeitlichen Mehrdeutigkeit ist auch für Doppler-PRF und Aliasing relevant, obwohl die konkrete Darstellung anders ist.
Praxis
Range Ambiguity ist im routinemäßigen modernen B-Bild seltener auffällig als klassische Reverberation oder Schatten, bleibt aber ein wichtiges Rekonstruktionsprinzip.
Side Lobes und Grating Lobes
Ein realer Ultraschallstrahl besteht nicht nur aus einer idealen Hauptkeule. Seitliche Energieanteile können starke Reflektoren außerhalb der Hauptachse erfassen.
Side Lobes
Side Lobes sind unerwünschte seitliche Schallanteile. Empfängt der Schallkopf daraus ein starkes Echo, kann das System es fälschlich in der Hauptstrahlrichtung darstellen.
Grating Lobes
Bei Array-Sonden können periodische Elementabstände zusätzliche ausgeprägte Nebenkeulen erzeugen. Philips unterscheidet in seiner Dokumentation Side Lobes und Grating Lobes entsprechend der Transducergeometrie.
Typische Erscheinung
Falsche Echos können innerhalb eigentlich anechogener Räume wie Gallenblase, Blase oder Zyste erscheinen.
Starke gekrümmte Reflektoren
Klassische experimentelle Arbeiten zeigen Side-Lobe-Artefakte besonders in der Nähe starker gekrümmter Reflexionsflächen und großer zystischer Strukturen.
Reduzieren
- Gain nicht unnötig hoch,
- Harmonic Imaging vergleichen,
- Spatial Compounding testen,
- Sondenwinkel ändern,
- Flüssigkeitsinhalt in mehreren Ebenen prüfen.
Nicht als Sludge interpretieren
Binnenreflexe, die sich mit Sondenwinkel oder Processing deutlich verändern, müssen gegen Side-Lobe-Artefakte abgegrenzt werden.
Slice-Thickness- und Beam-Width-Artefakt
Die dargestellte Bildebene ist nicht unendlich dünn. Der Ultraschallstrahl besitzt lateral und elevational eine endliche Breite beziehungsweise Schichtdicke.
Echos außerhalb der idealen Ebene
Reflektoren oberhalb oder unterhalb der angenommenen dünnen Schnittebene können in das Bild hineinprojiziert werden.
Flüssigkeit wirkt gefüllt
Eine klassische Primärarbeit zu Slice-Thickness-Artefakten beschreibt scheinbaren Sludge oder Debris in eigentlich anechogenen Strukturen wie Zyste, Harnblase oder Gallenblase.
Fokusabhängigkeit
Die Strahlbreite ist im Fokusbereich am kleinsten. Außerhalb kann der Beam-Width-Effekt stärker werden.
Korrektur
Fokus auf Zielhöhe, andere Ebene, andere Sonde und gegebenenfalls höhere Frequenz beziehungsweise bessere elevationale Fokussierung verwenden.
Zweite Ebene entscheidend
Ein echter Binnenreflektor sollte anatomisch reproduzierbar sein. Ein Slice-Thickness-Artefakt kann sich beim Fächern deutlich verändern.
Speckle
Speckle ist das körnige Muster des B-Bildes, das wesentlich durch Interferenz vieler kleiner gestreuter Echos entsteht.
Kein einzelnes anatomisches Objekt
Das lokale helle oder dunkle Korn entspricht nicht direkt einem einzelnen Streuer im Gewebe.
Trotzdem gewebebezogen
Specklemuster hängen von Streuerverteilung, Frequenz und Bildsystem ab. Sie sind deshalb nicht einfach mit elektronischem Rauschen gleichzusetzen.
Problem
Speckle kann niedrigkontrastige Läsionen verdecken.
Reduktion
Spatial Compounding, Frequency Compounding und Speckle-Reduction-Algorithmen können das Muster glätten.
Grenze
Zu starke Glättung kann reale Gewebetextur und kleine Strukturen verändern.
Vertiefung: Compound Imaging und Speckle Reduction.
Anisotropie: winkelabhängige Echogenität
Anisotropie ist besonders in Sehnen, Bändern, Muskeln und Nerven relevant. Die Echogenität verändert sich, wenn der Schallstrahl nicht günstig zur geordneten Faserstruktur steht.
Sehne wird scheinbar dunkel
Schon eine relativ kleine Abweichung von einer günstigen Insonationsrichtung kann dazu führen, dass eine normal strukturierte Sehne deutlich hypoechogener erscheint.
Kann Pathologie imitieren
Eine fokale Hypoechogenität kann dadurch wie Tendinopathie oder Teilruptur wirken.
Prüfmethode
Sonde gezielt kippen und den Winkel verändern. Normalisiert sich die Echogenität bei erhaltener Faserstruktur, spricht das für Anisotropie.
Nicht nur Sehnen
Primärarbeiten beschreiben Anisotropie auch bei Nerven und Muskeln. Der Effekt ist bei stark geordneten Faserstrukturen besonders relevant.
Beam Steering
Elektronische Strahlsteuerung kann bei Linearsonden helfen, den Einfallswinkel zu verändern, ohne die Sonde stark mechanisch kippen zu müssen.
Compounding
Spatial Compound Imaging kann Winkelabhängigkeit reduzieren, darf aber die gezielte Prüfung der Anisotropie nicht ersetzen.
MSK-Sonden: Ultraschallsonden für Gefäße und MSK.
Partial-Volume-Effekt
Der Partial-Volume-Effekt beschreibt allgemein, dass ein dargestellter Bildpunkt oder Bildbereich Signalanteile aus mehr als einer realen Gewebekomponente enthalten kann.
Ultraschallstrahl ist ein Volumen
Der Effekt hängt mit endlicher axialer, lateraler und elevationaler Auflösung zusammen.
Flüssigkeitsräume
Ein Teil des Strahls kann gleichzeitig Flüssigkeit und angrenzendes Gewebe erfassen. Dadurch entstehen scheinbare Binnenreflexe.
Kleine Strukturen
Sehr kleine Läsionen können in der umgebenden Gewebetextur teilweise aufgehen.
Fokus und Frequenz
Bessere räumliche Auflösung und korrekte Fokusposition können den Effekt reduzieren, aber nicht vollständig eliminieren.
Mehrere Ebenen
Die Struktur wird durch Schwenken und orthogonale Ebene bestätigt.
Bewegungsartefakte
Bewegung von Patient, Organ, Sonde oder Nadel kann während der Akquisition falsche oder zeitlich verschmierte Bildinformation erzeugen.
B-Bild
Bei niedriger Frame Rate kann schnelle Bewegung ruckelig erscheinen oder zwischen Frames unvollständig erfasst werden.
Persistence
Hohe zeitliche Mittelung lässt ältere Bildinformation länger bestehen und kann Nachzieheffekte erzeugen.
Compound Imaging
Wenn sich Gewebe zwischen mehreren Winkelakquisitionen bewegt, können Teilbilder nicht perfekt übereinanderliegen.
Doppler
Gewebebewegung kann starke niederfrequente Dopplersignale erzeugen und Farbblitze verursachen.
Intervention
Eine nachziehende Nadelspur darf nicht mit der aktuellen Nadelspitze verwechselt werden.
Vertiefung: Bildrate und Auflösung.
Akustische Sättigung
Akustische beziehungsweise signalbezogene Sättigung tritt auf, wenn empfangene Signale den darstellbaren Amplitudenbereich des Systems erreichen.
Keine weitere Differenzierung
Sind sehr starke Echos gesättigt, kann das System Unterschiede oberhalb dieser Grenze nicht mehr als weitere Helligkeitsstufen darstellen.
Typische Wirkung
Starke Grenzflächen erscheinen großflächig weiß und feine Unterschiede innerhalb sehr echoreicher Regionen gehen verloren.
Gain
Zu hoher Empfangs-Gain kann die sichtbare Sättigung verstärken.
Dynamikbereich
Ein sehr niedriger Dynamikbereich kann zusätzlich zu einer harten Schwarz-Weiß-Darstellung führen.
Korrektur
Gain und Kontrastverarbeitung reduzieren und prüfen, ob relevante Echoabstufungen wieder sichtbar werden.
Vertiefung: Gain und TGC sowie Dynamikbereich und Kontrast.
Dopplerartefakte: eigene Regeln
Dopplerbildgebung ergänzt die B-Bild-Artefakte um Fehler aus Abtastung, Winkel, Bewegung, Gain und Spektralanalyse.
B-Bild-Geometrie zuerst
Gefäß und Schallweg werden im B-Bild korrekt eingestellt, bevor Farbe oder Spektrum interpretiert werden.
Winkel
Dopplerfrequenzverschiebung hängt vom Winkel zwischen Schallstrahl und Flussrichtung ab. Ungeeignete Winkel können Geschwindigkeit und Signalstärke stark beeinflussen.
Gain
Zu hoher Color Gain erzeugt Farbpixel außerhalb plausibler Flussräume; zu niedriger Gain lässt schwachen Fluss verschwinden.
Wall Filter
Ein zu hoher Wall Filter kann langsamen Fluss entfernen. Ein zu niedriger Filter lässt mehr Bewegungs- und Wandanteile sichtbar werden.
PRF
Eine nicht zur Flussgeschwindigkeit passende Pulswiederholfrequenz kann Aliasing oder fehlende Empfindlichkeit verursachen.
Dopplergrundlagen: Doppler-Ultraschall.
Aliasing
Aliasing tritt im gepulsten Doppler auf, wenn die gemessene Dopplerfrequenz die Nyquist-Grenze überschreitet.
Spektraldoppler
Das Spektrum wird scheinbar von einem Rand der Skala auf die gegenüberliegende Seite umgefaltet.
Farbdoppler
Die Farbe wechselt über die jeweilige Nyquist-Grenze in einen anderen Bereich der Farbskala. Das kann als Mosaikmuster erscheinen.
Nicht immer Turbulenz
Ein Farbwechsel kann durch Aliasing entstehen, auch wenn die Strömung nicht turbulent ist.
Korrektur
- PRF beziehungsweise Skala erhöhen,
- Baseline verschieben,
- niedrigere Sendefrequenz wählen,
- Dopplerwinkel optimieren,
- bei sehr hohen Geschwindigkeiten CW-Doppler erwägen.
Diagnostischer Nutzen
Aliasing zeigt, dass die aktuelle gepulste Abtastung für die vorhandene Dopplerverschiebung nicht ausreicht. Es ist damit zugleich ein technischer Hinweis auf hohe Geschwindigkeit relativ zur Einstellung.
Vertiefung: PRF und Aliasing.
Spectral Broadening
Spectral Broadening bedeutet, dass das Dopplerspektrum zu einem Zeitpunkt eine größere Bandbreite an Frequenzanteilen zeigt.
Kann real sein
Turbulente oder komplexe Strömung kann eine echte breite Geschwindigkeitsverteilung erzeugen.
Kann artefiziell sein
Philips weist darauf hin, dass Spektralverbreiterung auch durch die Wechselwirkung von Fluss und Sample-Volume-Größe entstehen kann.
Sample Volume
Ein großes Messvolumen kann gleichzeitig unterschiedliche Geschwindigkeiten oder Strömungsbereiche erfassen.
Gain
Zu hoher Spektral-Gain kann das Spektrum optisch verdicken und das Spektralfenster füllen.
Winkel und Gefäßposition
Sample Volume und Korrekturlinie werden an die relevante Strömung angepasst, bevor eine pathologische Verbreiterung angenommen wird.
Flash- und Bewegungsartefakte im Farbdoppler
Sonden- oder Gewebebewegung kann starke Dopplersignale erzeugen, die als großflächige Farbblitze erscheinen.
Ursache
Auch Gewebe bewegt sich relativ zum Schallkopf und erzeugt Frequenzverschiebungen.
Niedrige PRF
Bei empfindlichen Low-Flow-Einstellungen werden Bewegungsartefakte besonders leicht sichtbar.
Wall Filter
Eine moderate Filterung kann Gewebebewegung reduzieren, darf aber langsamen echten Fluss nicht entfernen.
Sondenruhe
Mechanische Stabilität und kurze Atempausen können die Farbe deutlich beruhigen.
Moderne Filter
Hersteller entwickeln Bewegungs- und Flash-Unterdrückung, doch auch diese Algorithmen können echten langsamen Fluss beeinflussen.
Twinkling-Artefakt
Twinkling ist ein Farbdopplerartefakt hinter oder an stark reflektierenden, rauen Grenzflächen und erscheint als rasch wechselndes Farbsignal.
Typische Kontexte
Es wird häufig in Verbindung mit Konkrementen und Verkalkungen beobachtet.
Kein echter Blutfluss
Das Farbsignal kann entstehen, obwohl in der reflektierenden Struktur kein Blutfluss vorhanden ist.
Diagnostisch nützlich
In passenden klinischen Kontexten kann Twinkling helfen, kleine Konkremente auffälliger zu machen.
Geräteabhängig
Ausprägung und Empfindlichkeit hängen stark von System, PRF, Gain, Fokus und Processing ab.
B-Bild-Korrelation
Ein Twinkle-Signal wird immer mit dem B-Bild, Schatten und anatomischer Lage korreliert.
Artefakte im Abdomen
Im Abdomen treffen große Tiefen, Gas, Knochen, Flüssigkeit und starke Grenzflächen aufeinander. Entsprechend vielfältig sind die Artefakte.
Zwerchfell
Spiegelbilder können oberhalb beziehungsweise unterhalb des Zwerchfells auftreten.
Darmgas
Reverberation, dirty shadowing und Ring-down können Organanteile verdecken.
Leber
Rippen verursachen Schatten; Gefäße und Zysten können dorsale Verstärkung zeigen.
Aorta
Brechung, Side Lobes und Spiegelphänomene werden bei ungewöhnlicher doppelter oder versetzter Darstellung erwogen.
Strategie
Patient lagern, Atemmanöver einsetzen, subkostale und interkostale Fenster vergleichen und die Struktur aus mehreren Ebenen bestätigen.
Sondenwahl: Ultraschallsonden für die Abdomensonographie.
Gallenblase und Konkremente
Die Gallenblase ist ein klassischer Ort für Artefakte, weil anechogene Flüssigkeit, Wand, Steine und Gas leicht voneinander abgegrenzt werden müssen.
Side-Lobe-Echos
Falsche Binnenreflexe können wie Sludge erscheinen.
Slice Thickness
Echos aus angrenzendem Gewebe können in das Lumen projiziert werden.
Steinschatten
Ein sauberer dorsaler Schatten unterstützt die Konkrementerkennung.
Comet Tail
Kurze Reverberationsschweife können an stark reflektierenden kleinen Grenzflächen auftreten.
Compounding
Bei unklarem Schatten wird Spatial Compounding reduziert, weil Mehrwinkelbildgebung Schatten abschwächen kann.
Lagerung
Ein mobiler intraluminaler Befund verändert seine Lage mit der Patientenposition; ein Artefakt kann sich anders verhalten.
Niere und Harnwege
Auch Niere, Blase und Harnwege zeigen eine typische Mischung aus Schatten-, Verstärkungs- und Beam-Artefakten.
Konkrement
Hyperechogener Fokus, Schallschatten und gegebenenfalls Twinkling können sich ergänzen.
Blase
Side Lobes und Slice Thickness können scheinbare Binnenreflexe erzeugen.
Dorsale Verstärkung
Hinter gefüllter Blase kann Gewebe heller erscheinen.
Nierensinus
Starke Reflexe und Verkalkungen können Schatten erzeugen.
Zweite Ebene
Ein fraglicher Stein oder Binnenreflektor wird in orthogonaler Ebene bestätigt.
Artefakte bei der Schilddrüsensonographie
Bei der hochfrequenten Schilddrüsensonographie sind feine Reflexe, Grenzflächen und oberflächennahe Geometrie besonders relevant.
Anisotropie angrenzender Strukturen
Muskeln, Sehnenansätze und andere gerichtete Strukturen können winkelabhängig hypoechogen erscheinen und mit Läsionen verwechselt werden.
Reverberation
Oberflächennahe starke Grenzflächen können kurze Wiederholungsechos erzeugen.
Trachea
Die Luft-Grenzfläche der Trachea erzeugt starke Reflexion und dorsale Artefakte. Diese werden nicht mit TGC „aufgefüllt“.
Echofoki
Kleine helle Reflexe werden in zwei Ebenen und bei zurückhaltender Speckle- sowie Kantenverarbeitung geprüft.
Zystische Komponenten
Side-Lobe- oder Slice-Thickness-Echos können scheinbare Binnenanteile erzeugen.
Sondenwahl: Ultraschallsonden für die Schilddrüse.
Artefakte im Gefäßultraschall
Bei Gefäßen müssen B-Bild-Artefakte von Dopplerartefakten getrennt werden.
Anechoisches Lumen
Side Lobes, Beam Width, zu hoher Gain oder echte langsame Blutbewegung können Binnenreflexe erzeugen.
Plaque und Verkalkung
Verkalkungen können dorsale Schatten verursachen und dadurch tiefere Wandanteile verdecken.
Brechung
Gefäße können durch Refraktion scheinbar versetzt oder in seltenen Konstellationen dupliziert erscheinen.
Color Aliasing
Ein Farbwechsel ist nicht automatisch Turbulenz. Zuerst wird geprüft, ob die lokale Geschwindigkeit lediglich die aktuelle Nyquist-Grenze überschreitet.
Flash
Sondendruck, Gefäßkompression und Patientbewegung können großflächige Farbsignale erzeugen.
Spektralverbreiterung
Sample-Volume-Größe, Gain und Winkel werden kontrolliert, bevor Broadening ausschließlich als Strömungsstörung interpretiert wird.
Dopplergrundlagen: Doppler-Ultraschall.
MSK: Anisotropie als wichtigster Pitfall
Im muskuloskelettalen Ultraschall gehört Anisotropie zu den wichtigsten technisch bedingten Echogenitätsänderungen.
Sehnen
Eine intakte Sehne kann bei ungünstigem Insonationswinkel fokal oder diffus hypoechogen erscheinen.
Nerven
Auch Nerven verändern ihre Darstellung mit Winkel und Sondenposition. Fascikel und Perineurium werden in mehreren Ebenen beurteilt.
Muskeln
Faserorientierung beeinflusst Reflexion und Textur.
Insertionen
An gekrümmten Sehnenansätzen ist eine exakt senkrechte Insonation häufig nicht über die gesamte Struktur gleichzeitig möglich.
Heel-to-toe
Gezieltes Kippen der Sonde ist eine zentrale Prüfmethode, um Anisotropie von echter struktureller Pathologie zu unterscheiden.
Compounding mit Vorsicht
Mehrwinkelbildgebung kann Anisotropie abschwächen. Für die Befundbestätigung wird eine neutrale winkelabhängige Darstellung ergänzt.
Sondenwahl: Ultraschallsonden für Gefäße und MSK.
Artefakte in der Echokardiographie
Herzbewegung, Rippen, Lunge und schnelle Flussgeschwindigkeiten erzeugen eine eigene Kombination von B-Bild- und Dopplerartefakten.
Reverberation
Starke Grenzflächen können Wiederholungsechos erzeugen, die intrakardial wie zusätzliche Linien erscheinen.
Side Lobes
Starke Reflektoren können Echos in falscher Strahlrichtung erzeugen.
Mirror
Spiegelartefakte können an starken Grenzflächen vorkommen und werden durch alternative Schnittebenen überprüft.
Motion
Niedrige Frame Rate oder hohe Persistenz kann schnelle Klappen- und Wandbewegung verschmieren.
Aliasing
Hohe Flussgeschwindigkeiten überschreiten im PW- und Farbdoppler häufig die Nyquist-Grenze. Das ist ein technischer Samplingeffekt und wird durch passende Skala, Baseline oder CW adressiert.
Spektral-Gain
Überverstärkung kann das Spektralfenster künstlich füllen.
Geräteanforderungen: Ultraschallgeräte für die Echokardiographie.
Lunge: Artefakte sind Teil der Diagnostik
Die Lungensonographie unterscheidet sich grundlegend von vielen anderen Anwendungen: Ein großer Teil der diagnostischen Information entsteht aus Artefaktmustern an der Pleura-Luft-Grenzfläche.
A-Linien
A-Linien sind horizontale Reverberationsartefakte. Philips beschreibt sie als regelmäßig wiederkehrende helle Linien unterhalb der Pleura.
B-Linien
B-Linien sind vertikale hyperechogene Artefakte, die von der Pleuralinie ausgehen und sich mit Lung Sliding bewegen können. Ihre Interpretation hängt vom klinischen Kontext und der Verteilung ab.
Comet Tails
Kurze Comet-Tail-Artefakte dürfen nicht automatisch mit B-Linien gleichgesetzt werden.
Lung Sliding
Hohe Persistenz oder niedrige Frame Rate kann die Pleuralbewegung weniger deutlich erscheinen lassen.
Harmonics und Compounding
Artefaktreduzierende Verfahren können die Lungenzeichen verändern. Für artefaktbasierte Fragestellungen wird ein geeignetes Lung-Preset beziehungsweise eine weniger stark verarbeitete Darstellung verwendet.
Pneumothorax
Ein einzelnes Artefakt ist keine isolierte Diagnose. Lung Sliding, B-Linien, Lung Point und klinischer Kontext werden zusammen beurteilt.
Sondenwahl: Ultraschallsonden für die Lungensonographie.
Artefakte bei ultraschallgeführten Interventionen
Bei Interventionen können Artefakte unmittelbar die Sicherheit beeinflussen, weil Nadelspitze, Ziel und Risikostrukturen räumlich korrekt erkannt werden müssen.
Anisotropie der Nadel
Die Nadel reflektiert stark winkelabhängig. Ein ungünstiger Winkel lässt Schaft oder Spitze verschwinden.
Reverberation
Metall kann Mehrfachreflexe und helle Nachbilder erzeugen.
Beam-Width-Artefakt
Eine Nadel oder Struktur außerhalb der idealen Bildebene kann in das Bild hineinprojiziert werden. Eine sichtbare Nadel bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Spitze exakt in der dargestellten Ebene liegt.
Persistence
Zeitliche Glättung kann eine ältere Nadelposition als Nachzieheffekt erhalten.
Side Lobes
Starke Nadelreflexe können unerwünschte Nebenechos erzeugen.
Sicherheitsstrategie
Spitze durch kleine kontrollierte Bewegung identifizieren, in mehreren Ebenen prüfen, Tiefe und Fokus passend einstellen und Processing bei Unklarheit reduzieren.
Hygienischer Ablauf: Sterile ultraschallgeführte Interventionen.
Artefakte gezielt reduzieren
| Artefakt | Erste technische Maßnahmen |
|---|---|
| Reverberation | Sondenwinkel ändern, Fenster wechseln, Gain prüfen, Harmonics vergleichen |
| Mirror | anderes Schallfenster und zweite Ebene |
| Schallschatten störend | Winkel ändern; bei diagnostischem Schatten nicht wegoptimieren |
| dorsale Verstärkung | als physikalischen Hinweis erkennen; TGC nicht lokal überkompensieren |
| Side/Grating Lobes | Gain reduzieren, Harmonics/Compounding vergleichen, Winkel ändern |
| Slice Thickness | Fokus auf Ziel, andere Ebene, andere Sonde |
| Anisotropie | Sonde kippen, Beam Steering, orthogonale Ebene |
| Speckle | moderate Speckle Reduction oder Compounding |
| Aliasing | PRF erhöhen, Baseline anpassen, Frequenz/Winkel prüfen, ggf. CW |
| Flash | Sonde stabilisieren, Filter/PRF anpassen |
| Motion Blur | Frame Rate erhöhen, Persistenz reduzieren |
Nicht alles entfernen
Ein Artefakt wird nur reduziert, wenn es die diagnostische Aufgabe stört. Schatten, Verstärkung, Lung-Artefakte oder Twinkling können bewusst erhalten werden.
Ein Regler nach dem anderen
Änderungen werden schrittweise vorgenommen, damit die Ursache der Bildveränderung erkennbar bleibt.
Fundamentalbild als Referenz
Bei starkem Harmonic-, Compound- oder Speckle-Processing ist eine neutralere Darstellung ein wichtiger Vergleich.
Zweite Ebene
Die orthogonale Ebene bleibt eine der zuverlässigsten Methoden, um echte Anatomie von winkel- oder strahlabhängigen Artefakten zu unterscheiden.
Patient und Schallfenster
Lagerung, Atemmanöver, Druck und alternative Schallfenster sind oft wirkungsvoller als zusätzliche elektronische Verarbeitung.
Grundworkflow: Bildoptimierung im Ultraschall.
Diagnostisch nützliche Artefakte
- Schallschatten: Hinweis auf stark reflektierende oder dämpfende Strukturen wie Stein, Knochen oder Verkalkung.
- Dorsale Verstärkung: Hinweis auf relativ geringe Dämpfung, häufig hinter Flüssigkeit.
- A-Linien: Reverberationsmuster an der Pleura-Luft-Grenzfläche.
- B-Linien: vertikale Lungenartefakte mit diagnostischer Bedeutung im passenden klinischen Kontext.
- Anisotropie: kann bewusst genutzt werden, um Faserorientierung oder Nadelwinkel zu optimieren.
- Twinkling: kann Konkremente oder raue stark reflektierende Grenzflächen auffälliger machen.
- Comet Tail: kann bei bestimmten stark reflektierenden kleinen Grenzflächen charakteristisch sein.
Nützlich heißt nicht spezifisch
Ein Artefakt kann einen Befund unterstützen, ist aber häufig nicht allein spezifisch genug für eine Diagnose.
Kontext bleibt entscheidend
Anatomie, klinische Fragestellung, zweite Ebene und weitere Ultraschallzeichen werden gemeinsam bewertet.
Technischer Defekt oder normales Artefakt?
Nicht jede ungewöhnliche Linie oder Helligkeitszone ist ein physikalisches Artefakt. Defekte an Schallkopf, Kabel, Stecker oder Beamformer können ähnliche Muster erzeugen.
Hinweis auf Sondendefekt
- reproduzierbarer vertikaler dunkler Streifen,
- lokaler Ausfall über verschiedene anatomische Regionen,
- Flackern bei Kabelbewegung,
- asymmetrischer Empfindlichkeitsverlust,
- neues Muster nach Sturz oder mechanischer Belastung.
Hinweis auf anatomieabhängiges Artefakt
Das Muster verändert sich mit Schallfenster, Winkel, Tiefe oder Position und folgt bestimmten Reflektoren.
Neutraler Test
Bei Verdacht wird eine standardisierte Testdarstellung beziehungsweise Phantom- oder Luftteststrategie gemäß Hersteller- und QA-Vorgaben verwendet.
Nicht wegregeln
Ein Elementausfall wird nicht durch TGC, Gain oder Speckle Reduction akzeptabel gemacht.
Vertiefung: Defekte und Schäden an Ultraschallsonden prüfen.
Checkliste: Artefakt oder echte Struktur?
- Struktur in zweiter Ebene dargestellt
- Sondenwinkel verändert
- Sonde verschoben oder alternatives Fenster genutzt
- Gain und TGC auf plausible Werte zurückgesetzt
- Fokus auf Zielhöhe
- Frequenz passend zur Tiefe
- Harmonic Imaging an/aus verglichen
- Compound Imaging beziehungsweise Speckle Reduction reduziert
- Persistenz bei Bewegung reduziert
- diagnostisch nützlichen Schatten oder Verstärkung nicht versehentlich entfernt
- Doppler-PRF, Gain, Wall Filter und Winkel kontrolliert
- bei lokalem konstantem Streifen Sondendefekt erwogen
Häufige Fragen zu Ultraschallartefakten
Was ist ein Ultraschallartefakt?
Eine Bilddarstellung, die Lage, Form, Größe, Helligkeit oder Anzahl realer Strukturen nicht exakt wiedergibt oder zusätzliche scheinbare Strukturen erzeugt.
Sind Ultraschallartefakte immer schlecht?
Nein. Viele Artefakte sind diagnostisch nützlich, beispielsweise Schallschatten, dorsale Verstärkung oder typische Lungenartefakte.
Wie erkenne ich Reverberation?
Häufig als wiederholte helle Linien in zunehmender Tiefe, die durch Mehrfachreflexion zwischen starken Grenzflächen entstehen.
Was ist ein Mirror-Image-Artefakt?
Eine scheinbar duplizierte Struktur, die durch einen längeren reflektierten Schallweg an einer starken akustischen Spiegelgrenzfläche entsteht.
Was verursacht Schallschatten?
Starke Reflexion oder Dämpfung reduziert die Schallenergie hinter einer Struktur.
Was ist dorsale Schallverstärkung?
Eine relativ hellere Darstellung hinter einer wenig dämpfenden Struktur, häufig Flüssigkeit.
Was sind Side Lobes?
Seitliche Schallenergie außerhalb der Hauptkeule, deren Echos fälschlich in die Hauptstrahlrichtung eingezeichnet werden können.
Was sind Grating Lobes?
Ausgeprägte Nebenkeulen bei Array-Sonden, die durch die periodische Elementanordnung entstehen können.
Was ist Slice Thickness?
Ein Artefakt durch die endliche Dicke des Ultraschallstrahls, wodurch Echos außerhalb der idealen zweidimensionalen Schnittebene in das Bild gelangen.
Warum sieht eine Zyste manchmal nicht völlig schwarz aus?
Mögliche Ursachen sind realer Inhalt, zu hoher Gain, Side Lobes, Slice Thickness, Reverberation oder Speckle.
Was ist Anisotropie?
Eine winkelabhängige Änderung der Echogenität, besonders bei gerichteten Faserstrukturen wie Sehnen und Nerven.
Wie unterscheide ich Anisotropie von Tendinopathie?
Durch gezielte Winkeländerung und Darstellung in mehreren Ebenen. Ein anisotroper hypoechogener Bereich normalisiert sich typischerweise bei günstigerem Insonationswinkel.
Was ist ein Speed-of-Sound-Artefakt?
Eine Fehlpositionierung oder Formverzerrung, weil die reale Schallgeschwindigkeit entlang des Schallwegs von der Systemannahme abweicht.
Was ist Range Ambiguity?
Ein spätes Echo wird dem falschen ausgesendeten Puls zugeordnet und dadurch in einer falschen Tiefe dargestellt.
Ist Speckle nur Rauschen?
Nein. Speckle entsteht wesentlich durch Interferenz vieler gestreuter Echos und ist Bestandteil kohärenter Ultraschallbildgebung.
Was ist Aliasing?
Ein Samplingartefakt im gepulsten Doppler, wenn die Dopplerfrequenz die Nyquist-Grenze überschreitet.
Ist Farb-Aliasing gleich Turbulenz?
Nein. Ein Farbwechsel kann allein durch Überschreiten der aktuellen Nyquist-Grenze entstehen.
Was ist Spectral Broadening?
Eine verbreiterte Dopplerfrequenzverteilung, die realen komplexen Fluss widerspiegeln oder technisch durch Sample Volume und Gain verstärkt werden kann.
Was ist Flash Artifact?
Ein großflächiges Farbdopplersignal durch Sonden- oder Gewebebewegung.
Was ist Twinkling?
Ein rasch wechselndes Farbdopplersignal an stark reflektierenden rauen Oberflächen, beispielsweise bei manchen Konkrementen.
Warum sind Artefakte in der Lunge wichtig?
Weil die normale und pathologische Lunge durch die starke Pleura-Luft-Grenzfläche nur begrenzt direkt dargestellt wird und deshalb Artefaktmuster diagnostisch genutzt werden.
Kann Harmonic Imaging Artefakte reduzieren?
Ja, insbesondere bestimmte Clutter- und Nebenkeulenanteile. Es kann aber auch diagnostisch relevante Artefakte verändern.
Kann Compound Imaging Schatten reduzieren?
Ja. Mehrere Einfallswinkel können einen Schatten teilweise auffüllen.
Kann ein Sondendefekt wie ein Artefakt aussehen?
Ja. Wiederholbare lokale Streifen oder Ausfälle unabhängig von Anatomie und Winkel sollten technisch geprüft werden.
Was ist der wichtigste allgemeine Artefakttest?
Die Struktur in einer zweiten Ebene und mit verändertem Sondenwinkel erneut darstellen.
Soll man Artefakte komplett vermeiden?
Nein. Ziel ist, störende Artefakte zu erkennen und zu reduzieren, diagnostisch nützliche Artefakte aber bewusst zu erhalten und korrekt zu interpretieren.
Artefakte verstehen statt nur wegfiltern
Ultraschallartefakte entstehen aus nachvollziehbaren physikalischen und technischen Mechanismen. Wer diese Mechanismen versteht, kann scheinbare Pathologie erkennen, echte Befunde besser bestätigen und diagnostisch nützliche Schatten-, Verstärkungs- oder Reverberationsmuster gezielt einsetzen.
Die wichtigste praktische Regel lautet: ungewöhnliche Bildinformation nicht sofort als Pathologie oder als Störung einstufen, sondern systematisch prüfen, ob sie der Anatomie oder dem Schallweg folgt.
Weiterführende Themen
- Bildoptimierung im Ultraschall
- Gain und TGC
- Tiefe, Fokus und Frequenz
- Dynamikbereich und Kontrast
- Tissue Harmonic Imaging
- Compound Imaging und Speckle Reduction
- Bildrate und Auflösung
- Doppler-Ultraschall
- PRF und Aliasing
- Defekte Ultraschallsonden prüfen
Quellen und fachlicher Stand
Stand der redaktionellen Prüfung: August 2026. Artefaktausprägung und Möglichkeiten zur Reduktion unterscheiden sich je nach Sonde, Preset, Frequenz, Beamforming und Softwareversion.
- Philips Lumify Benutzerhandbuch: Acoustic Artifacts – Reverberation, Shadowing, Side/Grating Lobes, Speed-of-Sound und Range Ambiguity
- Philips: Point-of-care Lung Ultrasound – A-Linien, B-Linien und Reverberationsmuster
- Kerr et al.: Reflections on the Ultrasound Mirror Image Artifact
- Goldstein et al.: Slice-thickness artifacts in gray-scale ultrasound
- Laing et al.: The importance of ultrasonic side-lobe artifacts
- Barthez et al.: Side lobes and grating lobes artifacts in ultrasound imaging
- Connolly et al.: Beam angulation to overcome anisotropy
- Siemens Healthineers: Lung Ultrasound – diagnostisch genutzte Artefakte
- FDA: Ultrasound Imaging – Grundlagen diagnostischer Ultraschallbildgebung


